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MEISTER DES FRANKFURTER PARADIESGÄRTLEIN ( - )

MEISTER DES FRANKFURTER PARADIESGÄRTLEIN

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Meisterfrage: Der Meister des Frankfurter Paradiesgartlein ist leider nicht bekannt. Aufgrund stilistischer Vergleiche kann man ihm jedoch einige weitere Bilder zuschreiben, darunter die sogenannte "Madonna in den Erdbeeren", etwa 10 Jahre nach unserem Bild entstanden. Die Ähnlichkeit beider Madonnen ist offensichtlich: dieselbe Feingliedrigkeit, die sich besonders in den schlanken Händen ausdrückt, der gleiche Gesichtsschnitt mit dem kleinen Mund, der feinen Nase und den überaus zarten Augenbrauen; ja selbst die gesamte Haltung des Körpers und des Kopfes ist vergleichbar. Auch das Christuskind ist ein Bruder des Frankfurter Knaben mit derselben Form des Nimbus. Die Majolikakanne in seiner Hand weist auf Maria, das edle Gefäß, das sich Gott erkoren hat, um darin Menschengestalt anzunehmen. Die Symbolik der Rosen und der Erbeerpflanzen auf der Gartenbank sind uns nun schon geläufig; in der rechten unteren Ecke kniet anbetend in kleiner Gestalt wiederum der Stifter der Tafel. Der Überlieferung nach wurde  das Bild während des Bildersturms als Zielscheibe benutzt und in die Aare geworfen. Es soll aus dem Kloster Gottstatt bei Biel stammen. Weitere Bilder derselben Hand, sowie einige Holzschnitte lassen die künstlerische Herkunft des Meisters vom Oberrhein, in der Gegend um Straßburg oder Basel vermuten. Charakteristisch sind seine einfachen, stark leuchtenden Farben und die kostbare, miniaturhafte Art der Darstellung mit einer besonderen Liebe zum Detail. Hinter dieser Malweise steht das Vorbild der französischen Malerei.

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