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JOHANN FRIEDRICH OVERBECK (1789 - 1869)

JOHANN FRIEDRICH OVERBECK

1789 - 1869

Geboren am 3. Juli 1789 in Lübeck, gestorben am 12. November 1869 in Rom. Erste Ausbildung 1805 bei Peroux in Lübeck, 1806 bei J. H. W. Tischbein und Runge in Hamburg; in dieser Zeit tiefer Eindruck von Zeichnungen der Gebrüder Riepenhausen nach frühen italienischen Bildern. Ab April 1806 an der von Füger geleiteten Akademie in Wien, einer der bedeutendsten Kunstschulen der Zeit. Dort Freundschaft mit dem Frankfurter Maler Franz Pforr, mit dem er gegen die Methoden der Akademie revoltiert und mit vier weiteren Schülern einen Bund gründet, der eine Erneuerung der Kunst anstrebt (1808, als Lukasbruderschaft 1809). 1810 mit Pforr, Hottinger und Vogel Reise nach Rom, dort gemeinsame Arbeit in der Villa Malta und im Kloster S. Isidoro. Eintritt weiterer Künstler in den Lukasbund (u. a. Cornelius, W. und R. Schadow, Joh. und Phil. Veit, Schnorr von Carolsfeld). Ein neues Lebensgefühl soll sich in einer neuen Kunst ausdrücken, die ihr Vorbild in frühen Epochen findet und religiöse Motive bevorzugt. 1813 wird Overbeck katholisch; 1816/17 und 1817-28 arbeitet er mit an den großen Gemeinschaftsarbeiten des Kreises, den Wandbildern in der Casa Bartholdy und dem Casino Massimo in Rom.

Bis auf drei Reisen nach Süd- und Westdeutschland (1831, 1855, 1865) bleibt Overbeck in Rom und wird dort das berühmte und gefeierte Haupt einer dogmatischen katholischen Kirchenkunst, das Aufträge aus der ganzen Welt erhält (Altar- und Andachtsbilder, Zeichnungen für Illustrationen, Kartons für Wandbilder). Dabei wird das Vorbild der frühen italienischen und deutschen Malerei durch Raffael und die Hochrenaissance ersetzt; zugleich tritt auch eine Erstarrung und Ermattung ein: Overbeck ist von der europäischen Entwicklung abgeschnitten und arbeitet an seinen Hauptwerken umständlich und viele Jahre lang.

Johann Friedrich Overbeck , Der Triumph der Religion in den Künsten (Das Magnificat der Kunst), 1829-1840

Johann Friedrich Overbeck: Der Triumph der Religion in den Künsten (Detail)

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