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REMBRANDT HARMENSZ. VAN RIJN (1606/07 - 1669)

REMBRANDT HARMENSZ. VAN RIJN

1606/07 - 1669

Rembrandt Harmensz. van Rijn wurde als neuntes Kind des Müllers Harmen Gerritsz. van Rijn und seiner Frau Neeltgen Willemsdr. van Zuytbrouck in Leiden geboren. Als Geburtsdatum gibt Jan Jansz. Orlers in seiner 1641 erschienenen Beschreibung der Stadt Leiden den 15. Juli 1606 an, verschiedene andere Quellen deuten aber auch auf das Jahr 1607 hin. Von etwa 1613 bis 1615 besuchte Rembrandt die Lateinschule und schrieb sich am 20. Mai 1620 an der Universität seiner Heimatstadt ein. 1622 begann er eine dreijährige Lehrzeit bei dem Leidener Maler Jacob Isaacsz. van Swanenburch, die er um 1625/26 durch einen etwa sechs Monate dauernden Aufenthalt bei Pieter Lastman in Amsterdam ergänzte. In dieser Zeit entstanden die frühesten, mit „R. f.“ und „R. H.“ signierten Historiengemälde, von denen die „Steinigung des Hl. Stephanus“ aus dem Jahr 1625 die früheste Datierung trägt. Um 1626 ließ sich Rembrandt als selbständiger Maler in Leiden nieder und nahm am 14. Februar 1628 Gerrit Dou als Schüler in seine Werkstatt auf. Auf die um 1629 geschlossene Bekanntschaft mit dem Sekretär des Statthalters, Constantijn Huygens, der in diesem Jahr Rembrandt und Lievens in ihrem gemeinsamen Atelier besuchte, gingen die Kontakte zum Hof in Den Haag zurück.

1631 verließ Rembrandt Leiden und kam in Amsterdam bei dem Kunsthändler Hendrick van Uylenburgh unter, mit dessen (Groß-)Kusine Saskia er sich zwei Jahre später verlobte. Ab 1633 signierte Rembrandt seine Gemälde mit seinem Vornamen, offenbar in Nachahmung großer italienischer Meister. 1634, im Jahr seiner Heirat mit Saskia van Uylenburgh, wurde der Maler Bürger von Amsterdam und erwarb 1639 ein großes Wohnhaus. Nach Saskias Tod am 14. Juni 1642 wurde für den im September zuvor geborenen Sohn Titus Geertje Dircx als Amme eingestellt. Das Verhältnis zwischen ihr und dem Maler endete tragisch: 1649 forderte Geertje ein Heiratsversprechen ein, das Rembrandt offenbar nie gegeben hatte, und wurde am 4. Juli des folgenden Jahres in das „spinhuis“ (Frauenzuchthaus) von Gouda eingewiesen. Als seine neue Lebensgefährtin unterstützte Hendrickje Stoffels, die Rembrandt 1647 als Haushälterin eingestellt hatte, trotz vielfacher Anfechtungen wegen ihres unehelichen Zusammenlebens den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Maler. Am 14. Juli 1656 verzichtete Rembrandt zugunsten der Gläubiger auf sein Vermögen, 1658 wurde sein Haus versteigert, und ein Jahr später übergab er seinem Sohn die Vollmacht, in seinem Namen bei Bagatellangelegenheiten zu handeln. Nachdem Hendrickje und Titus am 15. Dezember 1660 die „Kompagnie und Handel für Gemälde, Papierkunst, Kupferstiche und Holzschnitte“ auf ihren Namen übertragen hatten, war Rembrandt von allen geschäftlichen Verpflichtungen entbunden. Zu dieser Zeit nahm er seinen letzten Schüler, Aert de Gelder, auf und schuf sein Alterswerk, darunter zahlreiche Portraits im Auftrag von bedeutenden Amsterdamer Persönlichkeiten. Am 24. Juli 1663 wurde Hendrickje Stoffels in der Amsterdamer Westerkerk begraben. Fünf Jahre später folgte ihr Titus, der am 7. September 1668 begraben wurde. Seit seiner Volljährigkeit hatte er als gesetzlicher Sachwalter für seinen Vater gehandelt. Am 4. Oktober 1669 starb Rembrandt und wurde vier Tage später gleichfalls in der Westerkerk beigesetzt.

Seit 1626 beschäftigte sich Rembrandt neben der Malerei intensiv mit der Graphik. Zu seinen Schülern zählen auch Isaac de Jouderville, Ferdinand Bol, Gerbrand van den Eeckhout und Govaert Flinck.

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