Zurück zur Übersicht

JACOB ISAACKSZ. VAN RUISDAEL (1628 - 1682)

JACOB ISAACKSZ. VAN RUISDAEL

1628 - 1682

In Haarlem, wo durch Maler und Graphiker wie Goltzius, van Mander und Esaias van de Velde bereits seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein künstlerisch fruchtbarer Boden bereitet worden war, kam Jacob van Ruisdael um 1628 zur Welt. Ruisdael wird in der Werkstatt seines Vaters, der Rahmenmacher war, schon früh mit den Werken zeitgenössischer Künstler in Berührung gekommen sein; vielleicht hat auch sein Vater selbst gemalt, allerdings konnte man ihm bis heute kein Bild sicher zuschreiben. Salomon van Ruisdael jedoch, der jüngere Bruder des Vaters, war ein bereits in den 30er Jahren hoch geschätzter Landschaftsmaler und es liegt nahe, daß Jacob zumindest einen Teil seiner Lehrzeit bei seinem Onkel absolviert hat, dessen Einfluß in seinem Frühwerk spürbar ist. In die Lukasgilde wurde er 1648 als Meister aufgenommen. Seine Wanderjahre führten den Maler in das deutsch-niederländische Grenzgebiet und in die östlichen Provinzen. Er trat jedoch nicht, wie viele andere seiner Generation, eine Reise nach Italien an, sondern blieb im Norden und übersiedelte 1655 nach Amsterdam, dem damaligen Hauptsitz des niederländischen Kunsthandels.

Bereits zu seinen Lebzeiten wurde Ruisdael für seine Landschaftsbilder geschätzt und teuer bezahlt. Er hielt in vielen Gemälden die heimische Landschaft mit ihren Dünen und Wiesen fest, doch transponierte er genauso norwegische Wasserfälle, die er wahrscheinlich nur aus Bildern anderer Maler kannte, ins flache Holland oder erhob das westfälische Schloß Bentheim in schwindelnde Hochgebirgshöhen. Häufig tauchen Gewitterstimmungen seine Landschaften in kontrastreichen Wechsel von Licht und Schatten und bizarre und spannungsvolle Naturformen verleihen seinen Bildern eine dramatische Dynamik, die nicht zuletzt für die Maler der deutschen Romantik vorbildhaft wurde.

Grundlage des noch rätselhaften und unerforschten Lebens des Jacob van Ruisdael ist die kurze Vita, die Arnold Houbraken in seiner »Groote Schouburgh« zu Beginn des 18. Jahrhunderts gibt. Auf ihn geht auch zurück, daß man den Maler mit einem Mediziner gleichen Namens identifiziert, der in den 70er Jahren wegen seiner spektakulären Operationen große Berühmtheit erlangt haben soll.

»Ohne Glück zur Freundin«, wie Houbraken bemerkt, und bis zum Ende seines Lebens unverheiratet, stirbt Jacob van Ruisdael 1682 und wird in St. Bavo, der »Grote Kerk« von Haarlem, die als Blickfang in vielen seiner Landschaften auftaucht, beigesetzt.

Jacob van Ruisdael, Dünenlandschaft mit einem Plankenzaun, um 1647

Jacob van Ruisdael: Dünenlandschaft mit einem Plankenzaun

Mehr
Jacob van Ruisdael, Winterlandschaft bei Haarlem mit einem Laternenphahl, um 1670-80

Jacob van Ruisdael: Winterlandschaft bei Haarlem

Mehr

E-Card versenden


* Pflichtfeld

Absender:






Empfänger:








Nachricht:



Copyright © 2014 Städel Museum. Alle Rechte vorbehalten.