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GIOVANNI SEGANTINI (1858 - 1899)

GIOVANNI SEGANTINI

1858 - 1899

Giovanni Segantini wird 1858 in der trentinischen Kleinstadt Arco geboren. 1875-1879 Studium bei Tettamanzi an der Accademia di Brera in Mailand. Mit dem Werk »Il coro di Sant' Antonio« zieht Segantini auf der Ausstellung der Akademie 1879 die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich. In diese Zeit fällt auch die Bekanntschaft mit den Galeristen Vittore und Alberto Grubicy, die ihn fortan nicht nur als Agenten vertreten, sondern ebenso seinen künstlerischen Werdegang prägen. 1874-1880 Einfluß durch Millet und die lombardische romantische Bewegung der »Scapigliatura«. Segantini malt vorwiegend Stilleben und Portraits. 1881 verläßt Segantini Mailand. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Bice Bugatti wohnt er von 1880-1886 in der Brianza. Es entstehen sentimentale Genreszenen in lombardischer Landschaft. 1886-1894 lehrt Segantini im Schweizer Savognin. Aufgabe der Genreszenen und Übernahme der divisionistischen Technik. Aus der Schweizer Alpenlandschaft schöpft Segantini seine symbolistische Ikonographie. In den Landschaftsbildern, 1894-1899 in Maloja im Engadin entstanden, drückt sich sein mystisches und pantheistisches Naturverständnis aus. 1889 ist er auf der Weltausstellung in Paris vertreten, 1892 Ausstellung in München (Jahrhundert-Ausstellung) und Turin, 1894 Ausstellung im Castello Sforzesco in Mailand, 1896 Ausstellung der Münchner Sezession, Ausstellung in Zürich, 1896-97 in Florenz, 1897 in Venedig und Dresden. Seit 1894 Planung des Projektes »Panorama dell'Engadina" für die Pariser Weltausstellung 1900, das 1897 aus Geldmangel eingestellt wird. Danach beginnt Segantini mit dem Triptychon der Engadinlandschaft, »Trittico della natura«. 1899 stirbt er auf dem Schafberg bei St. Moritz.

Segantini lebte und arbeitete stets zurückgezogen. Abseits der internationalen von Paris geprägten Kunstwelt entwickelte er eine charakteristische Maltechnik. In den 90er Jahren pflegte er Kontakt zu Bruno Cassirer, Max Liebermann und Gustav Klimt. Segantini, dem schon zu Lebzeiten das Klischee »Maler der Berge« anhaftete, fand zu einer neuen Darstellung der Natur respektive der Berge, indem er ein imaginäres, subjektivistisches Bild der Alpen schuf. Nördlich der Alpen rezipierte man das Werk Segantinis mehr anfgrund der Lebensform des Malers und mißinterpretierte es als »Heimatkunst«. In Italien dagegen war der Divisionismus Segantinis wegweisend für die Moderne und beeinflußte U. a. Futuristen wie Carlo Carra.

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