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TIZIAN (TIZIAN VECELLIO) (1485/90 - 1576)

TIZIAN (TIZIAN VECELLIO)

1485/90 - 1576

Der aus einer Künstlerfamilie stammende Tizian kam bereits als Kind nach Venedig, wo er zunächst in der Bellini-Werkstatt, dann mit Giorgione arbeitete. Tizians frühes malerisches Œuvre ist nur als bedingt gesichert anzusehen; seine Zusammenarbeit mit dem 1510 verstorbenen Giorgione verunklart die Situation zusätzlich. Sein frühestes dokumentiertes erhaltenes Werk sind die Fresken in der Scuola di San Antonio in Padua aus dem Jahr 1511. Wohl um 1515 entstand mit der „Himmlischen und irdischen Liebe“, heute in der Galleria Borghese in Rom, eines seiner ersten Meisterwerke als Tafelmaler. Nach dem Tod Giorgiones konnte sich Tizian neben dem alternden Giovanni Bellini als der führende Künstler Venedigs etablieren; seine Zulassung zur Mitarbeit an der Ausschmückung des Dogenpalastes 1513 demonstriert diesen Status nachdrücklich, auch wenn seine aktive Mitarbeit an diesem Projekt erst in den 1520er-Jahren begann. Von der Mitte des zweiten Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts an lässt sich Tizians Karriere als Maler lückenlos verfolgen; neben zahlreichen religiösen und mythologischen Gemälden sowie Porträts für venezianische Auftraggeber wurde er auch seit 1516 für die Este in Ferrara und ab 1519 für die Gonzaga in Mantua tätig, von den frühen 1530er-Jahren an arbeitete der Künstler außerdem für den Hof der Della Rovere in Urbino. Um die Mitte der 1540er-Jahre wandelte sich Tizians Stil; das nunmehr einsetzende Spätwerk des Künstlers ist durch eine gesteigerte Dramatik der Erzählung, ein dunkleres Kolorit und eine summarischere Farbbehandlung gekennzeichnet. Seit 1547 wurde Tizian immer wieder für die Habsburger Karl V. und Philipp II. tätig; so reiste er 1547/48 auf Geheiß des Kaisers zum Reichstag nach Augsburg, wo er für Karl V. und seine Familie religiöse und mythologische Gemälde ausführte, daneben auch eine Reihe von Porträts. Auf dem Reichstag 1550, erneut in Augsburg, beauftragte diesmal vor allem Philipp Il. den Künstler mit einer Reihe von mythologischen Darstellungen, die ebenso wie zahlreiche religiöse Gemälde nach Spanien an den Hof des Königs gesandt wurden; Philipp sollte bis zum Tod des Künstlers dessen bedeutendster Auftraggeber bleiben. Dank seines langen Lebens umfasst Tizians künstlerische Karriere mehr als 65 Jahre. Bereits zu Lebzeiten hochberühmt, gilt er seither als der bedeutendste Vertreter der venezianischen Malerei, der die künstlerische Entwicklung weit über die Grenzen Italiens hinaus tief beeinflusst hat; man denke nur an Rubens oder Velázquez. Sein Schaffen umspannt die Hochrenaissance ebenso wie den Manierismus, wobei das Spätwerk mit seinem „non finito“ für seine Zeit singulär ist.

Tizian, Studie für den heiligen Sebastian des Hochaltars in SS. Nazaro e Celso Brescia, vor 1522

Tizian: Studie für den heiligen Sebastian

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