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LUCAS VAN VALCKENBORCH (1535 - 1597)

LUCAS VAN VALCKENBORCH

1535 - 1597

Lucas I van Valckenborch wurde 1535 oder kurz danach als Mitglied einer zahlreichen Malerfamilie in Löwen geboren. Er trat am 26. August 1560 in die Mechelner Gilde ein, und auf einem Mechelner Spezialgebiet, der Wasserfarbenmalerei auf Leinwand, hat er sich auch zuerst betätigt. Solche bemalten "Tücher" dienten zum großen Teil als Ersatz für die teuren Tapisserien.

Vor 1566 muß der Künstler geheiratet haben. Er hielt sich von nun an abwechselnd in Lüttich, Aachen, Brüssel und Antwerpen auf. Wem er seine eigentliche Ausbildung verdankte, wissen wir nicht. Es ist jedoch zu vermuten, daß er schon vor seinem Aufenthalt in Antwerpen (1575) mit den bedeutenden Malern dieser Stadt bekannt geworden ist und daß er dementsprechend Anregungen von Pieter Brueghel dem Älteren, Cornelis Massys, den Gebrüdern Cock und anderen aufgenommen hat.

Vor 1579 trat Lucas in die Dienste des Erzherzogs Matthias von Österreich, der Statthalter der Niederlande war. Mit ihm ging er 1582 (?) nach Linz, wo er bis 1593 blieb. Er schuf in jener Zeit wie schon in den Niederlanden neben einigen Bildnissen, sittenbildlichen Darstellungen und wenigen religiösen Gemälden hauptsächlich Landschaften. Lucas van Valckenborch muß damals mit dem Zeichner und Stecher Hoefnagel (1542-1600) in Verbindung gekommen sein, der seit 1590 in den Diensten Rudolfs II. stand und schon seit Jahren den Verlag Braun & Hogenberg mit eigenen und fremden Zeichnungen als Vorlagen für Kupferstiche zu dem großen Städtewerk belieferte.

Alt und kränklich begab sich Lucas 1593 nach Frankfurt am Main, um sich hier bei Verwandten niederzulassen und in den nahegelegenen Bädern zu kurieren. Sein Bruder Martin war bereits 1586 hiesiger Bürger geworden. Lucas erlangte dieses Recht 1594, während sein Sohn 1596, die beiden Neffen 1597 als Bürger von Frankfurt angenommen wurden.

Die Valckenborchs haben mit anderen Künstlern bzw. Künstlerfamilien im Verlaufe der kriegerischen Auseinandersetzungen und Glaubensverfolgungen ihre niederländische Heimat verlassen. Im fremden Land kamen sie zu neuer, wirksamer Tätigkeit und hatten starken Einfluß auf die einheimischen Künstler. Lucas van Valckenborch waren jedoch nur noch wenige Jahre Schaffens in Frankfurt beschieden; schon am 2. Februar 1597 hat man ihn auf dem St. Peters Friedhof begraben.

Lucas van Valckenborch, Ansicht von Antwerpen mit zugefrorener Schelde, 1590

Lucas van Valckenborch: Ansicht von Antwerpen (Detail)

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