Ausstellungen / Archiv / 2008

"DIE SCHÖNSTE ALTNIEDERLÄNDER-AUSSTELLUNG SEIT JAHRZEHNTEN"

Süddeutsche Zeitung, Willibald Sauerländer, 1. Dezember 2008 zur Ausstellung "Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden" (21. November 2008 bis 1. März 2009)

2. Oktober 2008 bis 4. Januar 2009 - Graphische Sammlung

WASSER, FARBE, LICHT. AQUARELLE DER GRAPHISCHEN SAMMLUNG

Ein besonderes Anliegen von Graphischen Sammlungen ist es, auf die mediale Vielfalt von Arbeiten auf Papier aufmerksam zu machen und das Auge für die Ausdrucksmöglichkeiten der unterschiedlichen Techniken zu sensibilisieren. Die Kunstwerke selbst vermögen es am besten, auf die Frage des Betrachters zu antworten, warum ein Künstler, der zeichnet, den Bleistift, die Kreide, die Feder oder den Pinsel wählte. Die Substanz der Graphischen Sammlung im Städel Museum erlaubt es, mit einer Auswahl von herausragenden Werken des 15. Jahrhunderts bis zur unmittelbaren Gegenwart die charakteristischen Möglichkeiten des Mediums Aquarell zu erkunden.
Aquarelle sind Pretiosen auf Papier, die besonders lichtempfindlich sind und entsprechend selten ausgestellt werden. Vor dem Hintergrund des heutigen Sammlungsprofils des Städel Museums erwartet den Besucher kein Abriss der historischen Entwicklung. Die Ausstellung ist vielmehr ein epochenübergreifendes Zusammenspiel von Werken aus der Sammlung des Stifters Johann Friedrich Städel (1728–1816) bis hin zu jüngsten Erwerbungen, das die besondere Faszination des Aquarells, die Leuchtkraft, Reinheit und Transparenz seiner Farben erleben lässt.

Kuratorin: Dr. Jutta Schütt (Städel Museum)

21. November 2008 bis 1. März 2009, Städel-Anbau, EG

DER MEISTER VON FLÈMALLE UND ROGIER VAN DER WEYDEN

Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt am Main, und der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Seiner Majestät Albert II., König der Belgier, und von Bundespräsident Horst Köhler.

Der Meister von Flémalle (häufig mit dem in Tournai tätigen Künstler Robert Campin gleichgesetzt) und Rogier van der Weyden (der nachweislich zwischen 1427 und 1432 in der Campin-Werkstatt tätig war) sind neben den Brüdern van Eyck für die Entstehung und frühe Entwicklung der niederländischen Malerei von zentraler Bedeutung. Sie stehen für die Entdeckung der sichtbaren Welt, die dank einer raffinierten neuen Maltechnik, der Ölmalerei, in bis dahin ungesehener detailrealistischer Manier geschildert wird. Auch wenn der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden zu den bedeutendsten und innovativsten europäischen Künstlern des 15. Jahrhunderts zählen, auch wenn ihre detailreichopulenten
und erzählenden Gemälde zu den schönsten und populärsten Werken der Kunst an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit gehören, hat es bisher doch noch keine monografische Ausstellung gegeben, die sich diesen beiden Malern und ihrem Werk gewidmet hätte. Dabei ist gerade die Abgrenzung der jeweiligen Werkkomplexe bis heute umstritten. Allein vier monumentale Buchmonografien, die zu teilweise drastisch divergierenden
Antworten kommen, sind in den letzten Jahren zu den beiden Künstlern erschienen. In dieser Situation bot die vom Städel Museum gemeinsam mit der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin organisierte Ausstellung erstmals die große Chance, in dieser kontroversen Frage auf der Basis des direkten Vergleichs zu überzeugenden Antworten zu gelangen.


Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander (Städel Museum)

Wissenschaftliche Mitarbeit: Gabriel Dette M. A., Dr. Bastian Eclercy (Städel Museum)

Gefördert durch die Deutsche Bank AG


Sarah Ortmeyer, Gala La Love, 2008, Copyright: Sarah Ortmeyer, Foto: Norbert Miguletz
5. September bis 21. September 2008

ENDE 2008. ABSCHLUSSAUSSTELLUNG DER ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN 2008 DER STAATLICHEN HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE – STÄDELSCHULE IM STÄDEL MUSEUM

Ganz im Sinne des Stiftungsbriefs von Johann Friedrich Städel und seiner Idee, Sammlung und Lehre zu verbinden, kooperieren das Städel Museum und die Städelschule anlässlich der Schlusspräsentation des Abschlussjahrgangs der Hochschule. In der sechsten Ausgabe dieser noch jungen Tradition werden dieses Jahr die Absolventen der Klassen Christa Näher, Willem de Rooij, Michael Krebber, Mark Leckey, Simon Starling und Tobias Rehberger gemeinsam ihre neuesten Arbeiten im Erdgeschoss des Ausstellungshauses zeigen.

Kuratorin: Katharina Dohm (Schirn Kunsthalle Frankfurt)


18. Juni bis 21. September 2008

REAL. FOTOGRAFIEN AUS DER SAMMLUNG DER DZ-BANK

REAL ist das Porträt einer Unternehmens-Sammlung. Seit 15 Jahren widmet sich die DZ BANK in Frankfurt dem fotografischen Bild in der zeitgenössischen Kunst. Anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläums zeigt das Städel Museum eine repräsentative Auswahl aus dieser anerkannten Sammlung künstlerischer Fotografie, die spielerisch nach den traditionellen Kunstgattungen wie Bildnis, Landschaft oder Stillleben angeordnet ist.
Die über 100 Werke von etablierten Künstlern wie, Andreas Gursky, David Hockney, Mario Merz oder Thomas Ruff sowie noch weniger bekannten wie etwa Elina Brotherus, Tacita Dean oder Raïssa Venables zeigen auch wie in einer Art Brennglas Entwicklungsstränge in der zeitgenössichen Kunst seit den 1970er Jahren – die "Imagination der Fotografie" (Martin Seel).

REAL bietet zudem einen ersten Einblick in den neuen Sammlungsschwerpunkt Fotografie im Städel Museum.

Kuratoren: Luminita Sabau, Dr. Christina Leber, Dr. Hubert Beck (DZ Bank Sammlung)


17. April bis 21. September 2008

MAX BECKMANN: 8 BRONZEN

Was Max Beckmann (1884–1950) als Maler geleistet hat, kann im Städel Museum betrachtet werden, seit er in den 1920er-Jahren als Professor an der Städelschule unterrichtet hat. Direkt aus dem Atelier kamen die Bilder in die Galerie, bis die nationalsozialistische Beschlagnahmungsaktion 1937 dieses ursprüngliche Ensemble zerschlug. In den Nachkriegsjahren wurde diese Lücke durch umfangreiche Sammelaktionen und großzügige Schenkungen teilweise wieder geschlossen. Vom noch impressionistisch gehaltenen ersten Selbstporträt aus dem Jahr 1905 bis zu "Backstage", dem Bild, das noch feucht auf der Staffelei stand, als Beckmann 1950 im Central Park in New York einem Herzinfarkt erlag, reicht das Spektrum der Werke im Städel.
Vor Kurzem wurde eine bedeutende Bronze für die Sammlung erworben: die Darstellung einer "Tänzerin (Spagat)". Entstanden um 1935 in einer Zeit politischer Zwänge, spiegelt diese 17,5 x 70 x 25 cm große Skulptur ebenso Beckmanns ästhetisches Aufbegehren wie seine melancholische Interpretation des großen Welttheaters und seine Liebe zum Varieté mit seinen Artisten und Akrobaten. Die Ausstellung zeigt erstmals in einem deutschen Museum alle acht Skulpturen, die Beckmann in seiner künstlerischen Laufbahn geschaffen hat.

Kuratorin: Dr. Sabine Schulze (Städel Museum)


Meister des Hausbuchs (Umkreis), Hieronymus und sein Löwe, 1480 (Inv. Nr. 1215)
17. April bis 21. September 2008

FOKUS AUF: MEISTER DES HAUSBUCHS (UMKREIS), HIERONYMUS UND SEIN LÖWE, 1480

Im Mittelpunkt der fünften Ausstellung der Reihe "Fokus auf" steht ein unscheinbares Täfelchen vom Mittelrhein aus der Sammlung des Städel Museums, das es gleichwohl in sich hat: "Hl. Hieronymus (Hieronymus im Gehäus), 1480, Inv. Nr. 1215" vom Meister des Hausbuchs bzw. aus dessen Umkreis. Die stilllebenhaften Elemente in der Studierstube des heiligen Hieronymus bezeugen den Einfluss der altniederländischen Malerei, die das Prinzip des "disguised symbolism" entwickelte, eine Strategie, eine ganze Geschichte oder Nebenhandlung mittels winziger Motive anzudeuten. Dies findet auch hier statt, und zwar auf recht überraschende Weise: Nicht so sehr die Legende des Heiligen selbst, sondern diejenige des Löwen, seines treuen Begleiters, wird durch den Kamin und das Feuerholz heraufbeschworen.
Die ungewöhnliche Erweiterung der Bildtradition verweist auf einen großen Erfinder: den Meister des mittelalterlichen Hausbuchs, aus dessen Atelier das Bild stammt. Mit seiner bahnbrechenden Kunst inspirierte er eine ganze Region zwischen Speyer und Koblenz. Welcher seiner Mitarbeiter das Städel-Täfelchen geschaffen hat, ist eine weitere Frage, der die Ausstellung mit anschaulichen Materialien nachgeht.

Kurator: Dr. Bodo Brinkmann (Städel Museum)

Gefördert durch die Schering Stiftung


8. Juni bis 7. September 2008 - Graphische Sammlung

PARMIGIANINO UND SEIN KREIS. DRUCKGRAFIK AUS DER SAMMLUNG BASELITZ

Der deutsche Künstler Georg Baselitz sammelt seit vielen Jahren europäische Druckgrafiken aus der Zeit des Manierismus. Ein besonderer Teil seiner Sammlung, die Druckgrafiken des Malers Francesco Mazzola, genannt Il Parmigianino (1503–1540), wurde nun wissenschaftlich bearbeitet und wird in einer Ausstellung präsentiert, die nach einer ersten, von der Staatlichen Graphischen Sammlung in München ausgerichteten Station im Sommer 2008 in der Graphischen Sammlung im Städel gezeigt wird.

Parmigianino widmete sich um 1530 intensiv der Radierung und dem Farbholzschnitt, beides relativ neue druckgrafische Techniken, deren Möglichkeiten er experimentell erprobte und erweiterte. Vor allem die Radierung beschäftigte ihn als grafische Übertragung seines hoch entwickelten, als eigenständige Kunst betrachteten Zeichenstils. Als Experiment druckte er seine Werke in nur wenigen Exemplaren, doch übten diese, zum Teil in Nachdrucken oder Kopien, einen großen Einfluss auf zeitgenössische und spätere Künstler aus. Parmigianino arbeitete auch mit anderen Druckgrafikern zusammen, sodass sich rund um sein Werk ein künstlerischer Kreis bildete, der stark von ihm beeinflusst war.

Die Ausstellung zeigt daher neben den Arbeiten Parmigianinos auch solche anderer, auf ihn bezogener Künstler. Die Blätter aus der Sammlung Baselitz werden durch Werke aus dem Städel Museum und einzelne weitere Leihgaben ergänzt.

Kurator: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum)

Weitere Station: Alte Pinakothek/Staatliche Graphische Sammlung München
(22. November 2007 bis 24. Februar 2008)


16. April bis September 2008

MEISTERWERKE DES SYMBOLISMUS. DAS HESSISCHE LANDESMUSEUM DARMSTADT ZU GAST IM STÄDEL MUSEUM

Mit der Präsentation "Meisterwerke des Symbolismus" wird die im Februar 2007 begonnene fruchtbare Kooperation des Städel Museums und des Hessischen Landesmuseums Darmstadt nun in der Galerie des 19. und 20. Jahrhunderts fortgeführt.

Dort treten Gemälde und Skulpturen bedeutender Symbolisten wie Arnold Böcklin, Franz von Stuck und Max Klinger sowie präraffaelitischer Künstler wie John William Waterhouse und Walter Crane mit den Gemälden des Städel Museums in einen Dialog. Sie führen unter anderem ins Reich der Mythologie oder präsentieren rätselhaft-laszive Femme-fatale-Darstellungen.

Kuratoren: Dr. Sabine Schulze, Dr. des. Nicole Brandmüller (Städel Museum)


20. März bis 17. August 2008 - Städel-Anbau, EG

DIE MAGIE DER DINGE. STILLLEBENMALEREI 1500–1800

Tautropfen auf zarten Blütenblättern, Lichtreflexe auf gläsernen Trinkpokalen und kostbarem Silbergeschirr, kandiertes Zuckerwerk in blau-weißen chinesischen Porzellanschälchen, die feinen Härchen eines Pfirsichs, der fahle Ton eines Totenschädels – Stillleben faszinieren bis heute durch den nahsichtigen Blick auf nicht lebende, doch keineswegs leblose Gegenstände, die mit malerischer Finesse und subtilem Kolorit wiedergegeben werden. Doch war die Stilllebenmalerei alles andere als eine rein ästhetische Angelegenheit, als die sie der heutige Betrachter meist wahrnimmt. Beides, den ästhetischen Genuss und den zeitgenössischen Bedeutungs- und Funktionszusammenhang, will die Ausstellung "Die Magie der Dinge. Stilllebenmalerei 1500–1800" den Besuchern vermitteln.

Mit rund 100 Meisterwerken spannt sie den Bogen der Stilllebenmalerei in den Niederlanden und in Deutschland von den Vorstufen im späten 15. Jahrhundert bis in die Zeit des späten 18. Jahrhunderts. Dazu vereint sie die hochkarätigen Bestände des Städel Museums in Frankfurt, des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und des Kunstmuseums Basel, vermehrt um eine Reihe von ausgewählten Leihgaben aus weiteren öffentlichen Sammlungen oder Privatbesitz.

Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander (Städel Museum)

Gefördert durch den Kulturfond des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und die DekaBank  


7. März bis 1. Juni 2008 - Ausstellungshaus OG

KONSTELLATIONEN III

Das Städel besitzt eine Reihe bedeutender Arbeiten der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und erweitert diesen Bereich der Sammlung kontinuierlich durch wichtige Erwerbungen, Auftragsarbeiten und Schenkungen. Mit "Konstellationen III" wird die periodisch wechselnde Sammlungspräsentation von Werken der zweiten Hälfte des 20. und des 21. Jahrhunderts fortgeführt, die im Mai 2006 mit "Konstellationen I" ihren Anfang nahm.

Kuratoren: Max Hollein, Dr. Jutta Schütt, Dr. Sabine Schulze (Städel Museum)


Rembrandt Harmenz. van Rijn, Der trunkene Lot, Städel Museum, Frankfurt am Main, Graphische Sammlung, Foto: Ursula Edelmann
15. Februar bis 13. Mai 2008 - Graphische Sammlung

MEISTERWERKE DER GRAPHISCHEN SAMMLUNG. ZEICHNUNGEN, AQUARELLE UND COLLAGEN

Die Graphische Sammlung im Städel Museum zählt aufgrund der hohen künstlerischen Qualität ihrer etwa 25.000 Zeichnungen und 75.000 Druckgrafiken vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart zu den bedeutendsten grafischen Kabinetten in Deutschland. Sie wurde im 18. Jahrhundert von Johann Friedrich Städel (1728–1816) begründet und im 19. und 20. Jahrhundert von Persönlichkeiten wie Johann David Passavant (1787–1861), Georg Swarzenski (1876–1957) und anderen ausgebaut und weiterentwickelt. Aus konservatorischen Gründen können Arbeiten auf Papier nicht wie Gemälde permanent ausgestellt werden. Sie werden lichtgeschützt aufbewahrt und können im Studiensaal der Graphischen Sammlung den Besuchern auf Wunsch vorgelegt werden.

Die Ausstellung der Meisterwerke gibt nun mit 80 herausragenden Zeichnungen einen beispielhaften Überblick über das Spektrum und die Qualität der Sammlung. Die ausgewählten Werke überspannen einen Zeitraum von fast 600 Jahren: Die ältesten stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert, die jüngsten sind im späten 20. Jahrhundert entstanden. Fast alle namhaften Zeichner der Kunstgeschichte sind vertreten, darunter Dürer, Raffael, Tizian, Rubens, Rembrandt, Watteau, Fragonard, Tiepolo, Cornelius, Delacroix, Daumier, Cézanne, van Gogh, Picasso, Matisse, Kirchner, Beckmann, Klee und Pollock.

Kuratoren: Dr. Jutta Schütt, Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum)

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