DIE ERWEITERUNG DES STÄDEL MUSEUMS
Seit seiner Gründung im Jahr 1815 hat das Städel Museum seinen Sammlungsbestand durch eine aktive Erwerbungspolitik stetig erweitert. Damit gingen zahlreiche Erweiterungen und Modernisierungen des Hauses einher. In diese Geschichte fügt sich der vom Frankfurter Architekturbüro schneider+schumacher geplante spektakuläre Erweiterungsbau, der im Februar 2008 als Sieger aus einem geladenen Wettbewerb hervorging. Eine beeindruckende, unter dem Städel-Garten gelegene Halle schafft 3.000 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche für die Präsentation der Gegenwartskunst. 195 Oberlichter versorgen die Ausstellungshalle mit natürlichem Licht und breiten sich als einprägsames Muster über die Gartenfläche aus. Parallel zur Errichtung des Neubaus wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten am Altbau vorgenommen.
Den finanziellen Grundstein für den Erweiterungsbau legte im September 2007 die Gemeinnützige Hertie-Stiftung mit einer Spende von sieben Millionen Euro. Das Frankfurter Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. und die Familie Metzler förderten das Projekt im September 2008 mit einer Spende von drei Millionen Euro. 2009 ist eine Reihe weiterer wichtiger Förderungen durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und PwC sowie die FAZIT-Stiftung hinzugekommen. Seitdem konnten weitere Großspenden akquiriert werden. Die Unterstützung der Royal Bank of Scotland im Jahr 2010 sowie die privaten Spenden der Familien Haub und Merz, der Ehepaare Hückmann, Mayer und Ackermann sowie von Hilmar Kopper und einer großzügigen, anonym bleiben wollenden Spenderin seien hier im Besonderen erwähnt.
Auch die öffentliche Hand beteiligte sich an der Finanzierung der Städel-Erweiterung. Die Stadt Frankfurt stellte fünf Millionen Euro für den Erweiterungsbau und acht Millionen für die Sanierung des Altbaus zur Verfügung. Aus den Mitteln des Hessischen Sonderinvestitionsprogramms kamen weitere fünf Millionen Euro. Die Stadt Eschborn beteiligte sich im Juni 2009 mit insgesamt vier Millionen Euro an der Finanzierung, das Land Hessen unterstützte die Städel-Erweiterung mit einer Million Euro Anfang 2010.
Unter dem Motto "Frankfurt baut das neue Städel. Bauen Sie mit" wurde zusätzlich eine groß angelegte Bürgerkampagne zur Erweiterung des Städel ins Leben gerufen. Zahlreiche Partner aus Wirtschaft, Gesellschaft, Medien, Sport und Kultur sowie viele Privatpersonen beteiligten sich mit kreativen Projekten zugunsten der Städel-Erweiterung und trugen insgesamt mit über fünf Millionen Euro zur Gesamtfinanzierung bei.
Mit der baulichen Erweiterung des Museums geht auch eine inhaltliche Erweiterung der Sammlung einher. Im Bereich der Gegenwartskunst verzeichnete die Sammlung in den letzten Jahren zahlreiche kapitale Neuzugänge. Im März 2008 erhielt das Städel Museum über 200 hochkarätige Werke aus der renommierten DZ BANK Kunstsammlung zeitgenössischer Fotografie sowie 600 bedeutende Werke aus der Unternehmenssammlung der Deutschen Bank. Weitere Kunstwerke kamen durch die konsequente Ankaufspolitik des privat initiierten und finanzierten Städelkomitees 21. Jahrhundert und wichtige Schenkungen von Margarethe und Klaus Posselt, Fritz Peter und Waltraud Mayer sowie weiteren Stiftern ans Haus.
Das Städel Museum wird sich in drei Etappen neu präsentieren. Mit der Wiedereröffnung der Sammlungsbereiche "Kunst der Moderne" (November 2011) und "Alte Meister" (Dezember 2011) werden im sanierten Altbau am Mainufer die Meisterwerke von Holbein, Cranach, Dürer, Botticelli, Rembrandt und Vermeer bis hin zu Matisse, Monet, Picasso, Kirchner und Beckmann in einer neuen Zusammenstellung zu sehen sein. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus, in dem künftig Gegenwartskunst präsentiert wird, findet im Februar 2012 statt. Dann wird eine der ältesten und bedeutendsten Museumsstiftungen Deutschlands ihre Ausstellungsfläche nahezu verdoppelt haben und in neuem Glanz erstrahlen.
Mehr Informationen zur Erweiterung: www.das-neue-staedel.de








