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ADAM ELSHEIMER

Die Verleugnung Petri

um 1600/05

Feder in Braun
Inv. Nr. 16830

12.5 × 16.7 cm

zur  Biographie

Den bedeutendsten Teil seines Werkes hat der Frankfurter Maler Adam Elsheimer in den Jahren von 1600 bis zu seinem frühen Tod 1610 in Rom geschaffen. Seine Gemälde haben trotz ihrer kleinen Formate eine so beträchtliche Ausstrahlung auf andere Künstler der Zeit gehabt, dass man ihm eine Schlüsselrolle im Prozess des Stilwandels vom Manierismus zum Barock zuerkennen muss. Von Elsheimers Zeichnungen sind nicht viel mehr als zwei Dutzend Blätter erhalten; umso bedeutender ist es, dass die »Verleugnung Petri« in der Graphischen Sammlung die einzigartige Gruppe seiner Gemälde in der Galerie des Städel Museums ergänzt. Trotz ihrer Beschädigung durch ausblutende Tinte lässt sie die besonderen Qualitäten der Kunst Adam Elsheimers erkennen.

Der Zeichner hat eine Gruppe von drei Hauptfiguren im Vordergrund und vier dahinter angeordneten Nebenfiguren angelegt. Gegen die Blickrichtung von links nach rechts, und dadurch in der Wirkung umso energischer, weist eine Frau auf einen bärtigen Mann, dessen zurückweichende Bewegung von einer links stehenden Figur kompositionell, aber nicht von der Handlung her aufgefangen wird. Der Zurückweichende stolpert ins Leere. Die vier Zuschauer in der rechten Hälfte der Komposition scheinen das Geschehen zu kommentieren. Nachdem Christus im Garten Gethsemane von den Häschern festgenommen worden war, wurde er noch in derselben Nacht vor den Hohenpriester geführt. Vor dessen Palast sprach eine Frau den Petrus an, er sei doch auch einer der Anhänger des Festgenommenen. Aus Angst leugnete Petrus dreimal, mit Christus irgendetwas zu tun zu haben. Diese Szene aus der Passionsgeschichte scheint Elsheimer hier entworfen zu haben. Dabei bündelte er das Drama des Geschehens in wenigen Gesten und Körperhaltungen, wodurch die handelnden Figuren mit innerer Energie aufgeladen werden.

Zeichnerisch verzichtete er auf die elegante, formbewusste manieristische Linie; sein Zeichenstil ist direkt, gelenkt von einem suchenden, sich nicht auf Vorbilder und Muster stützenden Denken und von dem Anliegen, den Gegenstand der Darstellung unmittelbar und unverfälscht, dabei von innen heraus, mit differenzierendem Einfühlungsvermögen, zu erfassen.


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