PETER PAUL RUBENS
Weibliche Figurenstudie (Hélène Fourment)
um 1632
Schwarze, weiße und rote Kreide
Inv. Nr. 846
56.5 × 32 cm
Im Jahr 1630 heiratete Peter Paul Rubens, um diese Zeit der wohl berühmteste und gefragteste Maler Europas, die junge und schöne Antwerpener Kaufmannstochter Hélène Fourment (1614–1673). Rubens’ erste Frau war einige Jahre zuvor gestorben; das Glück seiner zweiten Ehe am Beginn seines letzten Lebensjahrzehnts bewegte ihn zu dem glanzvollen Gemälde des "Liebesgartens", heute im Prado in Madrid. Es zeigt glückliche Paare, gesellig vereint in einer arkadischen Umgebung. Rubens selbst führt darin seine junge Frau in den Kreis der Liebenden ein.
Die Kreidezeichnung des Städel Museums ist eine Studie zur Figur der Hélène Fourment im Liebesgarten. Doch liegt die Betonung nicht auf dem Bildnis; Rubens vergegenwärtigte sich hier vielmehr die Ausgewogenheit der zögernd vorwärts schreitenden Gestalt und die stoffliche Wirkung des reich gebauschten Kleides. Seiner zeichnerischen Mittel vollkommen sicher, bildete er dabei nicht suchend ab, sondern ließ mit der frei und zügig geführten Kreide, unter virtuoser Nutzung freigelassener Papierstellen und mit wenigen zusätzlichen Weißhöhungen die Wirkung des kostbaren, lebendig bewegten Stoffes entstehen. Kopf und Gesicht sind mit wenigen zarten Linien umrissen; eine leichte rote Kreideschraffur über dem Gesicht bringt die schüchterne Befangenheit der Geliebten ins Spiel.
Diese souveräne Zeichnung, vielleicht die schönste unter den erhaltenen Studien zum »Liebesgarten«, stammt aus der Sammlung des Stifters des Städelschen Kunstinstituts; er hat sie gegen Ende des 18. oder am Anfang des 19. Jahrhunderts erworben. Sie zeigt exemplarisch, dass Johann Friedrich Städel nicht nur Werke der bedeutendsten Meister zu einer anschaulichen Geschichte der Kunst zusammenzutragen suchte, sondern dass er dabei auch ein genaues Auge für das Besondere und Qualitätvolle bewies.
Die Kreidezeichnung des Städel Museums ist eine Studie zur Figur der Hélène Fourment im Liebesgarten. Doch liegt die Betonung nicht auf dem Bildnis; Rubens vergegenwärtigte sich hier vielmehr die Ausgewogenheit der zögernd vorwärts schreitenden Gestalt und die stoffliche Wirkung des reich gebauschten Kleides. Seiner zeichnerischen Mittel vollkommen sicher, bildete er dabei nicht suchend ab, sondern ließ mit der frei und zügig geführten Kreide, unter virtuoser Nutzung freigelassener Papierstellen und mit wenigen zusätzlichen Weißhöhungen die Wirkung des kostbaren, lebendig bewegten Stoffes entstehen. Kopf und Gesicht sind mit wenigen zarten Linien umrissen; eine leichte rote Kreideschraffur über dem Gesicht bringt die schüchterne Befangenheit der Geliebten ins Spiel.
Diese souveräne Zeichnung, vielleicht die schönste unter den erhaltenen Studien zum »Liebesgarten«, stammt aus der Sammlung des Stifters des Städelschen Kunstinstituts; er hat sie gegen Ende des 18. oder am Anfang des 19. Jahrhunderts erworben. Sie zeigt exemplarisch, dass Johann Friedrich Städel nicht nur Werke der bedeutendsten Meister zu einer anschaulichen Geschichte der Kunst zusammenzutragen suchte, sondern dass er dabei auch ein genaues Auge für das Besondere und Qualitätvolle bewies.










