Projekt Provenienzforschung
Im Dezember 1998 wurden auf der Holocaust Konferenz in Washington elf Punkte (nachzulesen auf der Website der Lost Art Internet Database unter http://www.lostart.de/) verabschiedet. Die Museen der unterzeichnenden Staaten wurden aufgefordert, ihre Bestände bezüglich ihrer Herkunft zu überprüfen und festzustellen, ob sich darunter Kulturgegenstände befinden, die während des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignet worden sind.
1999 bekräftigten die Bundesregierung, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände in der Berliner Erklärung diese Forderung und ermunterten die deutschen Sammlungen und ihre Rechtsträger, die Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut insbesondere aus jüdischem Besitz aufzunehmen und fortzusetzen.
Seit 2002 wird an der Städtischen Galerie und am Städelschen Kunstinstitut das Projekt Provenienzforschung zur Ermittlung der Herkunft einzelner Kunstwerke durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes recherchiert die Kunsthistorikerin Nicole Roth im Gemäldebestand des Städel Museums nach Kulturgütern, die in der NS-Zeit ihren Besitzern verfolgungsbedingt entzogen wurden. Die Aufarbeitung des Gemäldebestandes ist vorrangiges Ziel des Forschungsprojektes. Für jedes Gemälde, das nach 1933 erworben wurde und vor 1945 datiert werden kann, wird versucht, eine möglichst lückenlose Provenienz, beginnend beim Künstler, nachzuweisen. Restitutionen an noch heute lebende Erben werden nach Klärung aller historischer und juristischer Details im Einzelfall entschieden. Dabei werden die Vorgaben der Washingtoner Erklärung und der Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände berücksichtigt.
Nachfolgend werden Werke aus der Sammlung aufgeführt, deren Provenienz lückenhaft ist oder deren Vorbesitzer nicht eindeutig ermittelt werden konnten. Es könnte sich dabei um NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut handeln, aber auch um rechtmäßige Ankäufe, Schenkungen und Vermächtnisse. Diese Werke sind ebenfalls der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg gemeldet (http://www.lostart.de). Eine Aktualisierung der Angaben kann ständig erfolgen.
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 57,5 x 74 cm
Inventarnummer: SG 1003
Provenienz: erworben auf der Auktion am 27./28.08.1940 bei Heinrich Hahn, Frankfurt/M.
Material: Öl auf Pappe
Maße: 40,6 x 32,5 cm
Inventarnummer: SG 1071
Provenienz: erworben 1942 bei Otto Schweppenhäuser, Frankfurt/M.
Material: Öl auf Pappe
Maße: 23 x 32 cm
Inventarnummer: SG 1080
Provenienz: erworben auf der Auktion am 23./24.02.1943 bei Wilhelm Ettle, Frankfurt/M.
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 60 x 80,2 cm
Inventarnummer: SG 1082
Provenienz: erworben auf der Auktion am 23./24.02.1943 bei Wilhelm Ettle, Frankfurt/M.
Material: Öl auf Pappe
Maße: 39 x 51 cm
Inventarnummer: SG 1085
Provenienz: erworben auf der Auktion am 23./24.02.1943 bei Wilhelm Ettle, Frankfurt/M.
Material: Öl auf Pappe
Maße: 44 x 34 cm
Inventarnummer: SG 1109
Provenienz: erworben auf der Auktion am 22./23.02.1944 bei Wilhelm Ettle, Frankfurt/M.
Material: Öl auf Kupfer
Maße: 11,9 x 13,5 cm
Inventarnummer: 1891
Provenienz: erworben 1935 von Sigmund Levi, Mainz
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 52 x 104 cm
Inventarnummer: 1957
Provenienz: erworben auf der Auktion am 20.04.1941 bei Wilhelm Ettle, Frankfurt/M.
Carl Spitzweg: Sonntagsjäger
Material: Bleistift auf Papier
Maße: 20,8 x 10,6 cm
Inventarnummer: SG 2511
Provenienz: erworben 1942 bei Otto Schweppenhäuser, Frankfurt/M.
Ansprechpartnerin:
Nicole Roth
roth[at]staedelmuseum.de
Aus jüdischem Besitz wurden folgende Werke zur Verwahrung abgegeben, deren ursprüngliche Eigentümer bzw. deren Erben jedoch bisher nicht ermittelt werden konnten.
Diese Werke sind ebenfalls der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg gemeldet (http://www.lostart.de). Eine Aktualisierung der Angaben kann ständig erfolgen.
Übergabe von: "Herr Loew, Annastraße 5, Frankfurt am Main"
Zeitpunkt der Übergabe: 10. Juli 1934
Weitere Informationen: Meldung der Werke am 25.5. 1946 an den Staatsbeauftragten für die Betreuung der Juden in Gross-Hessen; 1954 an die Hessische Treuhandverwaltung
Unbekannt, 18. Jh., deutsch : Allegorie der Künste
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 42,5 x 29,5 cm
Unbekannt, 18. Jh., deutsch: Trinität
Material: Öl auf Leinwand (doubliert)
Maße: 35,7 x 26 cm
Unbekannt, 18. Jh., deutsch: Allegorie
Material: Öl auf Holz
Maße: 27,3 x 20,5 cm
Unbekannt, 18. Jh., deutsch: Allegorie auf das zerknirschte Herz
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 25,5 x 19 cm
Unbekannt, 18. Jh.: Weinende Putten
Material: Öl auf Leinwand (doubliert)
Maße: 61,6 x 53,8 cm
Kopie nach Peter Paul Rubens: Trunkener Silen / Bacchanal
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 201 x 212 cm
Adolphe Monticelli (1824-1886): Figuren am Fluss
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 80,5 x 60 cm
Zeitpunkt der Übergabe: unbekannt, vermutlich aber vor August/September 1936
Hanns Ludwig Katz (1892-1940): Palmsonntag (Einzug nach Jerusalem), 1917
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 107 x 137 cm
Rückseitig angebracht handschriftlicher Vermerk: "Eigentümer Maler Katz, 1917"
Zeitpunkt der Übergabe: unbekannt, vermutlich aber zwischen 1925 und 1933
Unbekannt, 18. Jh., englisch: Mädchen mit Vogel und Muschel
Material: Öl auf Leinwand
Maße: 70,5 x 54,5 cm
Rückseitig angebracht handschriftlicher Vermerk: "Leo Strauß, Promenade 22, Bad Homburg"
Dr. Eva Mongi-Vollmer
mongi-vollmer[at]staedelmuseum.de












