Andreas Mühe
16.2.–11.9.2022

Stories of Conflict

Verlängert bis 11.9.2022

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Andreas Mühe zählt zu den bekanntesten Künstlern in Deutschland. In seinen Fotografien befasst er sich mit soziologischen, historischen und politischen Themen, die er in besonderen Umgebungen aufwendig mit Lichtkontrasten inszeniert.

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Ausstellung

Über die Ausstellung

Das Städel Museum zeigt eine Einzelausstellung mit rund 55 Arbeiten, darunter bekannte und unbekannte Werkzyklen aus seinem bisherigen Œuvre sowie die erstmals präsentierte Serie „Biorobots II“ (2021). Mühe beschäftigt sich in seinen Werken mit der Zuschreibung zu kollektiven Kategorien wie Familie, Nationalität, Politik oder Kultur als Konstrukt einer sozialen Ordnung. Ikonisch sind seine Porträts von Angela Merkel, die er als Bundeskanzlerin auf mehreren Reisen begleitete und deren Habitus er eingängig analysierte. Wie sehr diese Aufnahmen von einer politischen Bildsprache bestimmt sind, wird in weiteren Fotografien der Kanzlerin deutlich, auf denen die Mutter des Künstlers als Double zu sehen ist. Was echt, was inszeniert ist, verschwimmt – sowohl in den offiziellen wie in den nachgestellten Fotografien. Auch Mühes in Wandlitz fotografierte Häuser der SED-Führung wirken im dunklen Umraum wie Attrappen und lassen ihre historische Rolle nicht erkennen. Mühe verwendet eine Großbildkamera, die aufgrund ihrer schweren Handhabung eine komplexe Komposition voraussetzt. Mit pointierter Ästhetik zeigt er historische Ereignisse oder deren Orte in einer überzeitlichen Nachinszenierung. Er sucht nicht Abbilder, sondern Bilder, in denen er die gegebenen Inhalte – Menschen, Architektur oder Landschaften – neu interpretieren kann. Mit den Sehgewohnheiten des Betrachters spielend, schließen Mühes Arbeiten an Städel Werke seiner Fotografen-Kollegen Rodney Graham oder Thomas Demand an.

Kuratorin: Dr. des. Kristina Lemke (Sammlungsleiterin Fotografie, Städel Museum) in enger Zusammenarbeit mit Andreas Mühe

Abbildung: Andreas Mühe, Der Stall, 2021, aus der Serie: Biorobots II, © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst, Bonn, 2021

„Es sind die Auseinandersetzungen mit Brüchen in der Gesellschaft, mit Gewalt, mit deutsch-deutscher Identität sowie die Befragung seiner selbst und der eigenen, komplexen Familiengeschichte, die sein Schaffen bestimmen. Das Städel Museum präsentiert als erste Ausstellung im Jahr 2022 Fotografien von Andreas Mühe. Erst jüngst konnten wir für die Sammlung sein Werk ‚Unterm Baum‘ aus dem Jahr 2008 erwerben. Wie kaum ein anderer Fotograf der Gegenwart wühlt Andreas Mühe akribisch in der deutschen Geschichte und unserer Erinnerungskultur.“

Philipp Demandt, Direktor, Städel Museum
Galerie

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    Andreas Mühe, Der Stall, 2021

    Andreas Mühe (*1979)

    Der Stall, 2021
    Aus der Serie: Biorobots II
    Chromogener Farbabzug, 140 × 110 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Unterm Baum, 2008

    Andreas Mühe (*1979)

    Unterm Baum, 2008
    Pigmentdruck, 167,7 × 135,8 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Kreidefelsen, 2014

    Andreas Mühe (*1979)

    Kreidefelsen, 2014
    Aus der Serie: Neue Romantik
    Chromogener Farbabzug, 181,4 × 226,4 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Wandlitz B, 2011

    Andreas Mühe (*1979)

    Wandlitz B, 2011
    Aus der Serie: Wandlitz
    Chromogener Farbabzug, 142,8 × 112,8 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Wandlitz I, 2011

    Andreas Mühe (*1979)

    Wandlitz I, 2011
    Aus der Serie: Wandlitz
    Chromogener Farbabzug, 142,8 × 112,8 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Wandlitz J, 2011

    Andreas Mühe (*1979)

    Wandlitz J, 2011
    Aus der Serie: Wandlitz
    Chromogener Farbabzug, 142,8 × 112,8 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Biorobot IV II, 2020

    Andreas Mühe (*1979)

    Biorobot IV II, 2020
    Aus der Serie: Tschernobyl
    Chromogener Farbabzug, 140 × 110 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Soldat am Obersee, 2012

    Andreas Mühe (*1979)

    Soldat am Obersee, 2012
    Aus der Serie: Obersalzberg
    Chromogener Farbabzug, 157,4 × 121,1 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

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    Andreas Mühe, Mühe Kopf X, 2018

    Andreas Mühe (*1979)

    Mühe Kopf X, 2018
    Aus der Serie: Mühe Kopf
    Chromogener Farbabzug, 12,7 × 10,2 cm
    Andreas Mühe
    © Andreas Mühe, VG Bild-Kunst Bonn, 2021

„Was ist wahr, was ist Schein? Genau mit dieser Spannung spielt Mühe.“

ARD Tagesthemen, Ingo Zamperoni, 14.2.22

„Irgendetwas irritiert das Auge sofort. […] Aber die Künstlichkeit ist nicht wegzudenken aus diesen Bildern, deren Glanz und Licht an manchen Stellen regelrecht dreidimensionale Effekte erzeugen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main Zeitung, Eva-Maria Magel, 16.2.22

„Der Fotokünstler Andreas Mühe spielt mit unserem Bildgedächtnis und unserer Erinnerungskultur.“

Journal Frankfurt Online, Jasmin Schülke, 16.2.22

„Die Inszenierung ist seine Passion.“

ARD Tagesthemen, Alex Jakubowski, 14.2.22
Andreas Mühe

Über Andreas Mühe

  • Andreas Mühe, Foto: Stefan Heinrichs

Andreas Mühe (geb. 1979 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz) lebt und arbeitet in Berlin. Nach einer klassischen Ausbildung zum Fotolaboranten bei PPS Berlin und Labor Pixel Grain machte sich Mühe 2001 als freischaffender Fotograf selbstständig. Spezialisiert auf Porträt- und Magazinfotografie nahm er in den ersten zehn Jahren seiner Karriere Aufträge für das „Süddeutsche Magazin“, „Die Zeit“, „Monopol“ oder „Vanity Fair“ an. Die Arbeiten von Mühe wurden national und international präsentiert. Großangelegte Einzelausstellungen fanden in den Deichtorhallen Hamburg (2017) und in der Berliner Nationalgalerie Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwartskunst, Berlin (2019) statt, und sorgten für viel Aufsehen. Der Künstler erhielt zahlreiche Fotografie-Preise.

„Andreas Mühes Fotografien fordern wie in einem Vexierspiel immer einen zweiten Blick. Seine Arbeiten wirken zunächst bekannt, doch Mühe bricht mit den Erwartungen und zeigt, wie trügerisch ästhetisierte Bilderwelten sein können.“

Kuratorin Kristina Lemke, Sammlungsleiterin Fotografie, Städel Museum
Programm

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    Ausstellungsansicht
    Foto: Städel Museum - Norbert Miguletz

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    Foto: Städel Museum - Norbert Miguletz

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    Foto: Städel Museum - Norbert Miguletz

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