EN PASSANT
Impressionismus
in Skulptur

Verlängert bis 25.10.2020

Das Städel Museum geht in einer großen Ausstellung erstmals der Frage nach, wie sich Eigenschaften der impressionistischen Malerei wie Licht, Farbe, Bewegung – sogar Flüchtigkeit – in der Bildhauerei manifestiert haben.

Aktueller Hinweis

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Ausstellung

Über die Ausstellung

Der Impressionismus fasziniert auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entstehung. Vor allem die Malerei mit ihrem lockeren, skizzenhaft anmutenden Duktus, der hellen Farbpalette und den alltäglichen Motiven ist jedermann vertraut. Bis heute weniger erforscht und einem breiten Publikum unbekannt ist hingegen die Vielfalt des Impressionismus in der Skulptur. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas (1834–1917), Auguste Rodin (1840–1917), Medardo Rosso (1858–1928), Paolo Troubetzkoy (1866–1938) und Rembrandt Bugatti (1884–1916). Mit ihren Werken stehen sie stellvertretend für unterschiedliche Spielarten der impressionistischen Skulptur.
Die Schau vereint herausragende Skulpturen der fünf Künstler und setzt sie in Dialog mit Gemälden, Pastellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien des Impressionismus. Es sind u. a. Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Pierre Bonnard, Antoine Bourdelle, Mary Cassatt, Camille Claudel, Henri Matisse, Claude Monet, Auguste Renoir, Giovanni Segantini und John Singer Sargent zu sehen. Mit mehr als 160 Werken liefert die Ausstellung einen umfassenden Einblick in die Möglichkeiten und Herausforderungen des Impressionismus in der Skulptur. Neben bedeutenden internationalen Leihgaben etwa aus dem Museum of Fine Arts, Boston, der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen, der Tate Modern in London, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Musée d’Orsay in Paris sowie zahlreichen privaten Sammlungen zeigt die Ausstellung auch den reichen Sammlungsbestand impressionistischer Kunst des Städel Museums.

Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Eva Mongi-Vollmer (Kuratorin für Sonderprojekte, Städel Museum)
Gefördert durch: DZ BANK AG, Art Mentor Foundation Luzerne, Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH
Mit Unterstützung von: Stadt Frankfurt, Städelfreunde 1815

Impressionismus in der Skulptur

Mit der Präsentation der berühmten Kleinen 14-jährigen Tänzerin (1878/81) von Edgar Degas auf der sechsten Impressionisten-Ausstellung im Jahr 1881 nahm die Diskussion über den Impressionismus in der Skulptur ihren Anfang. Es ist demnach keine Frage, ob es die impressionistische Skulptur gibt: Sie wurde zwar verhalten definiert und vorwiegend in Kritikerkreisen diskutiert, der Begriff galt aber bis nach der Jahrhundertwende als gesetzt.
Degas, Rodin, Rosso, Troubetzkoy und Bugatti wurden alle zu Lebzeiten als „impressionistische Bildhauer“ bezeichnet. Die Gründe dafür waren vielfältig: Zum einen wandten sich diese fünf Künstler mehr und mehr zeitgenössischen, häufig alltäglichen Themen zu. Zum anderen griffen sie auf Materialien jenseits des akademisch-klassischen Marmors zurück und verwendeten beispielsweise Wachs nicht nur für Entwürfe, sondern auch für ausgearbeitete Skulpturen. Anstatt die Oberflächen glatt und geschlossen anzulegen, arbeiteten sie lebhafte Strukturen heraus, in denen sich das Licht brechen konnte. Auch durch die Sichtbarkeit von Arbeitsspuren näherten sich ihre Skulpturen der Wirkung impressionistischer Gemälde an.
Gleichwohl setzte sich diese Stilbezeichnung in der Kunstgeschichtsschreibung nach dem Ersten Weltkrieg für Skulpturen – im Unterschied zur Malerei – nicht durch. Heutzutage wird der Begriff „impressionistische Skulptur“ in der Forschung kaum verwendet. Die Auseinandersetzung mit dem Thema wird letztlich auch dadurch erschwert, dass eine griffige Definition nicht möglich erscheint: Die impressionistische Skulptur gibt es ebenso wenig wie den Impressionismus. Das Städel Museum greift diesen Diskurs in der Ausstellung auf und stellt einen facettenreichen Impressionismus in der Skulptur vor.

„hochkarätige Ausstellung“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Stefan Trinks

„Das Städel hat (…) die unterschätzte Bildhauerei neu entdeckt.“

Frankfurter Neue Presse, Christian Huther

„bewegend.“

ARD Tagesthemen, Alex Jakubowski

„Man muss wirklich sagen, es ist eine rundum sehenswerte Ausstellung. Ein echtes Highlight!“

hr2 kultur, Stefanie Blumenbecker
Film

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Galerie

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    Edgar Degas, Kleine vierzehnjährige Tänzerin, 1881

    Edgar Degas (1834–1917)
    Kleine vierzehnjährige Tänzerin, 1881
    Bronze, H. 98 cm
    Europäische Privatsammlung
    © Städel Museum, Foto: Horst Ziegenfusz

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    John Singer Sargent, Lady Agnew of Lochnaw, 1893

    John Singer Sargent (1856–1925)
    Lady Agnew of Lochnaw, 1893
    Öl auf Leinwand, 124 × 99,7 cm
    Edinburgh, National Gallery of Scotland

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    Auguste Rodin, Das Haupt Johannes des Täufers, 1877/78

    Auguste Rodin (1840–1917)
    Das Haupt Johannes des Täufers, 1877/78
    Terrakotta, 30,5 × 23,7 × 21,1 cm
    Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

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    Paolo Troubetzkoy, Adelaide Aurnheimer (Nach dem Ball), 1897

    Paolo Troubetzkoy (1866–1938)
    Adelaide Aurnheimer (Nach dem Ball), 1897
    Bronze, 43 × 52 cm
    Privatbesitz

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    Edgar Degas, Die Orchestermusiker, 1872

    Edgar Degas (1834–1917)
    Die Orchestermusiker, 1872
    Öl auf Leinwand, 63,6 × 49,0 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Foto: © Städel Museum

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    Medardo Rosso, Das goldene Zeitalter, um 1902

    Medardo Rosso (1858–1928)
    Das goldene Zeitalter, um 1902
    Bronze, 52,5 × 60,1 cm
    Frankfurt am Main, Städel Museum
    Foto: © Städel Museum

Audioguide

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  • Der Audioguide zur Ausstellung gesprochen von Schauspielerin Bibiana Beglau lädt dazu ein, die weniger bekannten Kunstwerke des Impressionismus kennenzulernen: Skulpturen, die in Bronze, Gips oder Wachs die Flüchtigkeit eines Moments einfangen.

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Katalog

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Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Alexander Eiling und Eva Mongi-Vollmer herausgegebener Katalog unter Mitarbeit von Juliane Betz und Fabienne Ruppen, mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Beiträgen von Juliane Betz, Stefano Bosi, Dominik Brabant, Philipp Demandt, Yvette Deseyve, Alexander Eiling, Eva Mongi-Vollmer, Astrid Reuter, Dietmar Rübel, Fabienne Ruppen und Nina Schallenberg.

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