Neuerwerbungen

Ein Museum lebt durch seine wissenschaftliche Forschung, die intensive Vermittlung dieser Arbeit und nicht zuletzt durch die Erweiterung seiner Sammlungsbestände. Durch gezielte Ankäufe und Schenkungen kann der Bestand des Hauses stetig ausgebaut, vervollständigt und qualitativ weiterentwickelt werden.

Neuerwerbungen gelangen auf ganz unterschiedlichen Wegen in die Sammlung: Ankäufe werden aus dem eigenen Etat getätigt, daneben unterstützen Stiftungen und Privatpersonen das Museum bei Ankäufen, der Städelsche Museums-Verein erwirbt in bewährter Tradition Werke für das Städel, und immer wieder kommt es – ganz im Sinne von Johann Friedrich Städel – zu großzügigen Schenkungen durch Privatpersonen und Künstler. Zudem gelangen viele Neuerwerbungen im Bereich der Gegenwartskunst durch das Engagement des europaweit einzigartigen Städelkomitee des 21. Jahrhunderts in die Sammlung.

Aktuelle Neuerwerbungen

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    Richard Oelze: „Archaisches Fragment“ (1935)

    Richard Oelze: „Archaisches Fragment“ (1935)

    Das Gemälde „Archaisches Fragment“ ist ein Hauptwerk des deutschen Surrealisten Richard Oelze und ergänzt den Bestand der Surrealisten im Städel Museum auf ideale Weise. Der Städelsche Museums-Verein und das Städel Museum konnten das Gemälde mit großzügiger Unterstützung der Kulturstiftung der Länder sowie einem Zuschuss der Kurt und Marga Möllgaard-Stiftung aus Privatbesitz erwerben.

    Das lange Zeit als verschollen gegoltene Werk ist eine von nur drei großformatigen Arbeiten aus Oelzes wichtigster Schaffensphase in Paris – die beiden anderen Werke, „Erwartung“ (1935–36) und „Tägliche Drangsale“ (1934) befinden sich im Museum of Modern Art in New York sowie in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf.

    Oelze pflegte Kontakte zu den Hauptvertretern der surrealistischen Bewegung, darunter André Breton, Max Ernst, Yves Tanguy und Salvador Dalí, deren Ideen und Gestaltungsweisen deutliche Spuren in seinem Werk hinterließen. Künstler dieser Gruppe waren vor allem an Themen interessiert, die sich der menschlichen Logik widersetzten: Träume, Visionen und das Erkunden des Unterbewussten.

    In „Archaisches Fragment“ mischen sich die fantastischen Motive der Surrealisten mit der präzisen Malweise der Neuen Sachlichkeit, die Oelze durch seine Dresdner Lehrer Otto Dix und Richard Müller kennenlernte. Obwohl äußerst detailliert gemalt, entzieht sich das Dargestellte einer abschließenden Deutung: Vor dem Hintergrund einer unwirklichen Landschaft schwebt ein animiert wirkendes Mischgebilde, in dem Anklänge an Pflanzen und Tiere mit menschlichen Körperformen verschmelzen. Vertrautes und Fremdartiges treffen aufeinander und verbinden sich in der surrealistischen Logik zu einer beunruhigenden Landschaft des Inneren. Der Künstler spielt dabei auch mit erotischen Untertönen, erweckt Ängste und Begierden, die wie ein „archaisches Fragment“ in der menschlichen Psyche schlummern.

    Über den Künstler

    Richard Oelze studierte von 1921 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. Zwischen 1926 und 1929 lebte er in Dresden, 1933 ging er nach Paris. 1940 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und begann nach seiner Rückkehr nur zögerlich erneut mit dem Malen. Nach einer ersten Einzelausstellung 1950 in der „moderne galerie“ in Köln wurden die 1950er-Jahre zu einer seiner produktivsten Werkphasen. Auf der Documenta II (1959) war er prominent vertreten. 1969 war er einer der drei Vertreter Deutschlands auf der Biennale in Venedig. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählt auch der Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main, den er 1978, zwei Jahre vor seinem Tod, entgegennahm.

    Mehr zum Werk auf dem Städel Blog

    Richard Oelze (1900–1980)
    Archaisches Fragment, 1935
    Öl auf Leinwand, 98 x 130 cm
    Gemeinsames Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e. V. und des Städel Museums, Frankfurt am Main
    Erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder sowie einem Zuschuss der Kurt und Marga Möllgaard-Stiftung
    © Estate of Richard Oelze

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    Frank Auerbach: „Self-Portrait“ (2017)

    Frank Auerbach: „Self-Portrait“ (2017)

    Das eindrückliche Selbstbildnis in Grafit wurde 2017 mit Mitteln der Jürgen R. und Eva-Maria Mann Stiftung für den Städelschen Museums-Verein e.V. angekauft. Es ist die wohl erste Erwerbung eines Werks von Frank Auerbach für ein deutsches Museum und ergänzt den Bestand an zeitgenössischer, figurativer britischer Kunst um eine weitere wichtige Position.

    Wie alle bildmäßigen Zeichnungen Auerbachs entstand auch dieses Selbstbildnis über mehrere Wochen, wobei der Künstler pro Sitzung ein Bild zeichnet. Hält es bei der nächsten Sitzung dem kritischen Blick nicht stand, wird es verworfen und ausradiert. Anschließend beginnt Auerbach auf demselben Papier erneut. Mit raschen, kraftvoll aufgetragenen Strichen zeigt sich der Künstler hier, den Mund in einem verhaltenen Lächeln gebogen. Spuren der früheren Annäherungen hinterfangen das Bildnis wie graue Schatten und verleihen dem Werk einen Eindruck von Bewegtheit.

    Dieser ständige Prozess des Neu-Sehens und Neu-Schaffens ist für Auerbach charakteristisch. Es geht dem Künstler nicht um Abbildung und Ähnlichkeit, sondern um Erkenntnis. „Ich versuche das, was ich sehe, in das zu übersetzen, was ist“, erklärte Auerbach 1986 in einem Interview, „und dann das, was ist, zu malen.“

    Über den Künstler

    1939 organisierten die Eltern die Flucht des siebenjährigen Frank Auerbach von Berlin nach England; sie selbst fielen dem Holocaust zum Opfer. Seit 1948 studierte Auerbach in London Kunst, sein wichtigster Lehrer wurde David Bromberg. 1956 reüssierte er in der Beaux Arts Gallery in London. Heute zählt Auerbach neben den befreundeten Künstlern Lucian Freud, Francis Bacon und Leon Kossoff zu den wichtigsten Malern der figurativen Kunst der Nachkriegszeit in England.

    Frank Auerbach (*1931)
    Self-Portrait, 2017
    Grafit auf Papier
    76,8 × 57,5 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2017 mit Mitteln der Jürgen R. und Eva-Maria Mann Stiftung
    Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
    © Frank Auerbach, courtesy Marlborough Fine Art

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    Lucian Freud: „Pluto“ (1988)

    Lucian Freud: „Pluto“ (1988)

    Mit „Large Head“, dem mächtigen Bildnis des kahlköpfigen Performancekünstlers Leigh Bowery, konnte bereits 1994 mit Mitteln der Heinz und Gisela Friederichs Stiftung für das Städel Museum eine Druckgrafik von Lucian Freud erworben werden. Seit 2018 ergänzt dank des erneuten Engagements der Friederichs-Stiftung nun auch Freuds Radierung „Pluto“ von 1988 die Graphische Sammlung.

    Die Radierung zeigt den treuen Windhund des Künstlers ganz nahsichtig: schlummernd und entspannt an die hinter ihm liegenden Frau geschmiegt. „I like people to look as natural and as physically at ease as animals, as Pluto my whippet”, sagte Freud in einem Interview und beschrieb damit die unverstellte Kreatürlichkeit, die ihn auch bei seinen menschlichen Modellen maßgeblich faszinierte. Auf den Rat des befreundeten Künstlerkollegen Frank Auerbach hin hatte Freud die Platte so radikal einkürzen lassen, dass die weibliche Gestalt überraschend über der Schulter endet. Der linke Vorderfuß des Windhunds war von Beginn an angeschnitten. Durch die derart zwischen die Ränder der Platte eingespannte Darstellung konzentriert sich die Bildaussage nicht nur auf den schlafenden Hund, sondern insbesondere auf die innige Beziehung von Mensch und Tier, die sich in der wechselseitigen Berührung äußert: die Hand der Frau auf dem Rücken des Hundes, der Kopf des Hundes auf dem Fuß der Frau. Die vom Künstler von Hand partiell gräulich getönte Radierung zählt damit vielleicht zu den innigsten Druckgrafiken Lucian Freuds.

    Über den Künstler

    Lucian Freud wurde 1922 in Berlin geboren. Sein Vater, ein Sohn des Wiener Psychoanalytikers Sigmund Freud, war Architekt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte die jüdisch assimilierte Familie 1933 nach England. Heute zählt Lucian Freud zu den herausragenden figurativen, zeitgenössischen Künstlern Großbritanniens.

    Lucian Freud (1922–2011)
    Pluto, 1988
    Radierung und Kaltnadel auf Somerset-Satin-White-Velin, vom Künstler partiell getönt
    32,2 × 60,4 cm (Platte); 41,5 × 68,7 cm (Blatt)
    Ex. 37 von der veröffentlichten Auflage von 40 Ex.
    Gedruckt von Mark Balakjian, London; herausgegeben von: James Kirkman und Brooke Alexander, London und New York
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2018 mit Mitteln der Heinz und Gisela Friederichs Stiftung und des Städelschen Kunstinstituts
    © The Lucian Freud Archive / Bridgeman Images

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    Giacinto Brandi: „Heiliger Eremit (Paulus Eremita?)“ (um 1670/80)

    Giacinto Brandi: „Heiliger Eremit (Paulus Eremita?)“ (um 1670/80)

    Dieses bislang unbekannte Werk ist Ende 2017 als großzügige Schenkung aus Privatbesitz in die Städel Sammlung gelangt. Als ein spätes Zeugnis der von Caravaggio und Ribera begründeten Hell-Dunkel-Malerei ergänzt es den Bestand an Barockgemälden aus Rom und Neapel trefflich.

    Das Bild zeigt einen sitzenden Heiligen in Halbfigur, der die Hände zum Gebet gefaltet hat und sich auf einen Bücherstapel stützt. In einer plötzlichen Drehbewegung wendet sich der weißhaarige Alte um und richtet den Blick zum Himmel, als würde ihm dort ein Engel oder der Herr selbst erscheinen. Aus derselben Richtung fällt ein heller Lichtstrahl ein und lässt ihn aus dem Dunkel aufleuchten. Sein nackter Körper, den nur ein um die Lenden und den linken Arm geschlungener Mantel bedeckt, ist kräftig, aber von Alter und Entbehrung gezeichnet. Offenbar handelt es sich um einen Heiligen, der sein Leben mit Buße und Gebet als Eremit in der Einöde verbringt. In Frage kämen der Heilige Paulus Eremita, vielleicht auch Hieronymus oder Bartholomäus; eindeutige Attribute fehlen jedoch.

    Über den Künstler

    Stilistisch lässt sich das Bild mit hoher Wahrscheinlichkeit dem römischen Barockmaler Giacinto Brandi zuschreiben, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zahlreiche bedeutende Kirchen mit Fresken und Altarbildern ausstattete. Zeitweise stand er der Malerakademie in Rom (Accademia di San Luca) vor. Künstlerisch waren für Brandi vor allem die Werke seines Lehrers Giovanni Lanfranco und seines Freundes Mattia Preti prägend. Bei diesem Werk orientierte sich der in deutschen Sammlungen bislang kaum vertretene Maler jedoch an einem „Heiligen Paulus Eremita“ von Jusepe de Ribera (Baltimore, The Walters Art Museum).

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    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Giacinto Brandi (1621–1691)
    Heiliger Eremit (Paulus Eremita?), um 1670/80
    Öl auf Leinwand
    111 x 89 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2017 als Schenkung aus Privatbesitz

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    Frank Stella: „Cieszowa III“ (1973)

    Frank Stella: „Cieszowa III“ (1973)

    Mit „Cieszowa III“ (1973) erhält das Städel Museum ein Werk der „Polish Village“-Serie des US-amerikanischen Künstlers Frank Stella (*1936). Erworben wurde die Arbeit durch das Städelkomitee 21. Jahrhundert.

    Frank Stella strebte mit seinem künstlerischen Schaffen an, die zweidimensionale, abstrakte Malerei in den realen Raum zu erweitern. Ab 1970 entwickelte er mehrere Serien, in denen er die einheitliche Bildoberfläche nicht nur visuell, sondern auch physisch erweitert, indem er sich mit seinen Werken fernab des traditionellen, flachen Leinwandformates bewegt. „Cieszowa III“ von 1973 stammt aus der Serie „Polish Village“, an der er seit den 1970er-Jahren arbeitete und die einen wesentlichen Wendepunkt seines künstlerischen Oeuvres darstellt. Darin bezieht sich Stella auf die visuelle Kultur polnischer Juden, deren hölzerne Synagogen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert von den Nationalsozialisten zerstört wurden. Jeder Stadt, in der sich einst so eine Synagoge befand, widmete er ein großformatiges Wandrelief. Architektonische Linien werden hier von Stella in ein Wandrelief aus verschiedenfarbigen Elementen übersetzt. Mit seinen geometrischen Arbeiten setzt Stella ein starkes künstlerisches Statement gegen das Vergessen historischer, kriegszerstörter Bauten. Die „Polish Village“-Serie ist in ihrer Erscheinungsform wie auch ihrer Technik neuartig. Die unregelmäßigen Formen seiner „Shaped Canvases“ aus den späten 1960er-Jahren beibehaltend, ersetzt Stella die früheren minimalistischen Malereien durch dreidimensionale Reliefs, die sich aus der Bildfläche heraus in den Raum entfalten. Sein Ziel war es, ein Gemälde nicht zu malen, sondern „zu konstruieren“ – wie er es selbst ausdrückt. Die Grenzen des zweidimensionalen Raumes sollen durchdrungen werden. Für seine Wandreliefs verwendet er ungewöhnliche, unkünstlerische Materialien, darunter Stoff, Filz, Holz und Aluminium.

    Über den Künstler

    Frank Stella (*1936, Malden, MA) studierte von 1954 bis 1958 Geschichte an der Princeton University in New Jersey. Nach seinem Bachelor-Abschluss zog er nach New York, wo er mit Künstlern wie Jackson Pollock, Barnett Newman, Jasper Johns und Mark Rothko in Berührung kam. Der Aufbau seiner „Black Paintings“ und „Shaped Canvases“ basiert sowohl auf einer geometrischen Konstruktion als auch auf einer freien Entfaltung der Farbflächen, die auf das Prinzip des All-Over-Painting zurückgehen. Die gemalten Linien stoßen bis an die Grenzen der Leinwände. Stellas Werke befinden sich heutzutage weltweit in namhaften Sammlungen wie dem Museum of Modern Art und dem Whitney Museum in New York sowie dem Centre Pompidou in Paris.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Frank Stella (*1936)
    Cieszowa III, 1973
    Acryl, Stoff, Filz und Leinwand auf einer Konstruktion aus Spanplatten und Karton
    243,8 cm x 228,6 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2016 aus Mitteln des Städelkomitees 21. Jahrhundert
    Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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    Wilhelm Freddie: „Pro Patria“ (1941)

    Wilhelm Freddie: „Pro Patria“ (1941)

    Mit der Neuerwerbung von Wilhelm Freddies (1909–1995) Gemälde „Pro Patria“ (1941) ergänzt das Städel Museum den Bestand der Sammlung Kunst der Moderne um eine wichtige surrealistische Position. Das Gemälde wurde anlässlich des Abschieds von Felix Krämer (Sammlungsleiter Kunst der Moderne des Städel Museums von 2008 bis 2017) mit Mitteln aus dem Nachlass Werner Wirthle erworben.

    Freddies Gemälde „Pro Patria“ entstand 1941, nachdem er bereits seit mehreren Jahren aufgrund seiner politischen Gesinnung mit einem Einreiseverbot nach Deutschland belegt worden war. Bildelemente wie der halb geöffnete Sarg rechts oder der an den Füßen geknebelte, sich seltsam leblos über ein Mauerloch lehnende Mann links evozieren eine unheimliche, morbide Atmosphäre, die in skurrilem Gegensatz zu dem lachenden Jungen steht, der freudig in Richtung des Betrachters zu rennen scheint. Prominent platziert hält er die dänische Flagge „Dannebrog“, die hier zur patriotischen Ikone inmitten der nationalsozialistischen Besatzungszeit wird und Freddies resolutes politisches Engagement eindringlich zur Geltung bringt.

    Über den Künstler

    Der 1909 in Kopenhagen geborene Wilhelm Freddie setzte sich ab den 1920er-Jahren intensiv mit den fantastischen Bildfindungen der französischen Surrealisten auseinander. Bereits 1930 war er gemeinsam mit Künstlern wie Man Ray, René Magritte und Salvador Dalí auf der Freien Herbst-Ausstellung in Kopenhagen vertreten und entwickelte sich rasch zum wichtigsten Vertreter des Surrealismus in Dänemark. Stilistisch zeugen seine Werke von einem künstlerischen Dialog mit dem veristischen Surrealismus von Magritte und Dalí und sind von einer traumartigen Atmosphäre geprägt. Während der deutschen Besetzung Dänemarks geriet der von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemte Künstler auch aufgrund seiner oft explizit antifaschistischen Bildfindungen in politische Bedrängnis und floh 1944 ins schwedische Exil. 1947 lud ihn André Breton zur Teilnahme an der Surrealismus-Ausstellung in der Pariser Galerie Maeght ein, wo er mit drei Werken prominent vertreten war. Wenige Jahre vor Freddies Tod wurde sein Lebenswerk 1989 mit einer groß angelegten Retrospektive in der Nationalgalerie in Kopenhagen geehrt.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Wilhelm Freddie (1909–1995)
    Pro Patria, 1941
    Öl auf Leinwand
    100,4 x 77,0 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2017 mit Mitteln aus dem Nachlass Werner Wirthle anlässlich des Abschieds von Felix Krämer (Sammlungsleiter Kunst der Moderne des Städel Museums, 2008-2017)
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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    François Gérard: „Orpheus versucht Eurydike festzuhalten“ (um 1791)

    François Gérard: „Orpheus versucht Eurydike festzuhalten“ (um 1791)

    Bislang war das Werk von François Gérard nicht in der Graphischen Sammlung des Städel Museums vertreten. Dank einer großzügigen Schenkung ergänzt diese Zeichnung nun den reichen Grafikbestand des 18. und 19. Jahrhunderts mit einem Werk des Klassizismus.

    Die tragische Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike zählt zu den großen Mythen der klassischen Antike. Vergil beschrieb sie in den „Georgica“, Ovid in den „Metamorphosen“, und immer wieder reizte der Stoff Musiker, Maler und Dichter vom Mittelalter bis zur Gegenwart zu neuen künstlerischen Interpretationen. Orpheus – über den gewaltsamen Tod seiner Ehefrau Eurydike verzweifelt – steigt in die Unterwelt, um durch Musik den Gott Hades zu überzeugen, ihm seine Geliebte zurückzugeben. Sein Wunsch wird ihm gewährt, allerdings unter der Bedingung, sich bei der Rückkehr durch die Unterwelt nicht nach Eurydike umzusehen. Doch Orpheus zweifelt, wendet sich um und verliert Eurydike für immer: „Und schnell aus den Augen hinweg, wie Rauch in die Lüfte aufgelöst sich verzieht, entfloh sie von dannen“, heißt es bei Vergil. Just diesen Moment zeigt Gérards dramatisch zugespitzte Komposition. Orpheus' Mantel ist durch die plötzliche Bewegung in schwungvolle Falten geworfen und entblößt den antikisch nackten, in der Drehung angespannten Körper. Eurydike liegt reglos in seinen Armen. Höhungen in weißer Farbe lassen ihren Leib totenbleich wirken. Und wie bei Vergil beschrieben, umgibt Gérard sie mit Rauchschwaden, die in das Dunkel der schwarz getuschten Felsen aufsteigen. Den Gegensatz von lebendig und tot hat Gérard in dieser Zeichnung meisterlich eingefangen.

    Über den Künstler

    Seit 1786 war François Gérard (1770–1837) Schüler von Jaques-Louis David (1748–1825), einem der einflussreichsten Historien- und Bildnismaler Frankreichs. Davids klassizistische Formensprache, seine strenge Formgebung bei gleichzeitig prachtvollem Kolorit, wurden für Gérard prägend. David verhalf dem begabten Schüler außerdem zu verschiedenen Aufträgen: Für den Verleger Pierre Didot schuf Gérard in den 1790er-Jahren verschiedene Zeichnungen als Vorlagen für Illustrationen großformatiger Luxusausgaben von klassischer und moderner Literatur. Die 2017 ans Städel Museum geschenkte Zeichnung „Orpheus versucht Eurydike festzuhalten“ entstand in diesem Kontext. Seitenverkehrt gestochen findet sie sich in Didots Ausgabe von Vergils „Georgica“ aus dem Jahre 1798, dem ersten Band des von David initiierten Publikationsprojekts.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    François Gérard (1770–1837)
    Orpheus versucht Eurydike festzuhalten, um 1791
    Feder laviert in Schwarz und Braun, Aquarell und Gouache in Weiß
    21,1 × 15,5 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2017 als Schenkung von C. und H. B. an das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

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    Richard Müller: „Katze mit Wollknäuel“ (1922)

    Richard Müller: „Katze mit Wollknäuel“, 1922

    Richard Müller kombinierte einen minutiös realistischen Malstil mit fantasievollen, surreal verfremdeten Themen. Er gilt als einer der wichtigsten Dresdener Symbolisten sowie als bedeutender Vorbereiter der Neuen Sachlichkeit. Der Erwerb von „Katze mit Wollknäuel“ bietet dem Städel Museum die einmalige Möglichkeit, den Bestand der Kunst der Moderne um eine interessante Position zu bereichern und zugleich eine Verknüpfung zwischen den Sammlungsschwerpunkten Symbolismus und Neue Sachlichkeit herzustellen.
    In den 1920er-Jahren beschäftigte sich Richard Müller neben Stillleben, Figuren- und Landschaftsdarstellungen verstärkt mit der Tiermalerei. Es entstanden Studien aus dem Dresdener Zoo ebenso wie Porträts seiner Haustiere. Mit malerischer Präzision und kraftvoller Farbigkeit inszeniert der Künstler in dem Gemälde „Katze mit Wollknäuel“ ein junges Tier, das mit blauem Garn und Strickzeug spielt. Das detailliert wiedergegebene Teppichmuster sowie die nahezu plastisch aus dem Bild hervortretende Katze mit Strickstrumpf und Wollknäuel verdeutlichen Müllers versierte Erfassung der Stofflichkeit des Dargestellten.

    Über den Künstler

    Der 1874 geborene Maler und Grafiker Richard Müller absolvierte eine Ausbildung an der Königlich-Sächsischen Malschule der Porzellanmanufaktur Meißen, bevor er von 1890 bis 1892 an der Dresdener Kunstakademie studierte. Zu seinen Lehrern gehörten Ernst Moritz Geyger, Leon Pohle und Leonhard Gey. 1894 beteiligte sich Müller an der Dresdener Sezession. Seine Werke erzielten auf Ausstellungen große Erfolge: er erhielt 1897 den Rompreis, 1899/1900 die Goldene Medaille auf der Weltausstellung in Paris und 1912 die Österreichische Staatsmedaille in Wien.
    Von 1900 bis 1935 lehrte Richard Müller an der Kunstakademie in Dresden, wo George Grosz zu seinen Schülern zählte. 1933/34 war er auch als Rektor tätig. Bis heute ist der Maler aufgrund seiner Haltung während des Nationalsozialismus umstritten: 1933 war das Parteimitglied der NSDAP an der Organisation der ersten Ausstellung Entartete Kunst in Dresden beteiligt. 1944 nahm ihn das Reichsministerium in die sogenannte „Gottbegnadeten-Liste“ favorisierter Künstler auf. Richard Müller starb 1954 in Dresden-Loschwitz.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Richard Müller (1874–1954)
    Katze mit Wollknäuel, 1922
    Öl auf Leinwand
    28 x 60,5 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2016 mit Mitteln aus dem Nachlass Werner Wirthle
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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    Thomas Ruff: „JPEG ICBM02“ (2007)

    Thomas Ruff: „JPEG ICBM02“ (2007)

    Die Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum erhält mit der Schenkung von „jpeg icbm02“ (2007) durch einen privaten Förderer ein zentrales Werk des deutschen Künstlers Thomas Ruff (*1958).

    Seit 2004 arbeitet Thomas Ruff an der Serie „jpeg“, deren Ausgangspunkt Fotos aus dem Internet, aber auch vom Künstler selbst mit einer Digitalkamera aufgenommene Motive oder eingescannte Vorlagen sind. Hierbei greift er Bildprinzipien der Impressionisten und Pointillisten auf: Indem er die Auflösung der Fotos verringert – also die Anzahl der Pixel pro Zentimeter reduziert – und gleichzeitig ihr Format vergrößert, entsteht ein neues, gröberes Bild, das aus der Nähe betrachtet einem geometrischen Muster ähnelt. Erst bei entsprechendem Abstand lässt sich eine reale Szene ausmachen – im Fall von „jpeg icbm02“ eine vom Boden abhebende Rakete.
    Die digitale geometrische Bildstruktur, die eigentlich den Grad der Bildauflösung und Detailgenauigkeit angibt, wird so umgewertet zur ästhetischen Kategorie. Ruffs „jpeg icbm02“ steht somit exemplarisch für eines der zentralen Merkmale des in der Becher-Klasse herausgebildeten Fotografie- oder besser Bildbegriffs. Die Schüler von Bernd und Hilla Becher hegen einen grundlegenden Zweifel, eine skeptische Haltung gegenüber dem Wahrheitsanspruch der Fotografie.

    Über den Künstler

    Thomas Ruff (*1958 in Zell am Harmersbach, Baden-Württemberg) studierte von 1977 bis 1985 an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Bernd Becher. Schon während des Studiums beginnt er in Serien zu arbeiten. Er hält etwa alltägliche Interieurs fest und fotografiert überlebensgroße Porträts „en face“. Ruff ist neben Andreas Gursky, Candida Höfer und Thomas Struth einer der Protagonisten der sogenannten Becher-Schule, die insbesondere für einen neuen konzeptuellen Bildbegriff in der Fotografie steht.
    Bereits 1981 zeigte Ruff seine Arbeiten in einer ersten Einzelausstellung in München. 1992 nahm er an der documenta 9 teil, 1995 an der 46. Biennale von Venedig. Von 2000 bis 2006 lehrte er in der Nachfolge Bernd Bechers an der Düsseldorfer Kunstakademie. Neutrale Objektivität und die Suche nach dem Exemplarischen kennzeichnen seine Arbeiten, wofür er auch digitale Bildbearbeitungsmethoden einsetzt und mit fremdem Fotomaterial arbeitet. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Thomas Ruff (*1958)
    jpeg icbm02, 2007
    Chromogener Farbabzug
    240 x 190 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2017 als Schenkung von Dr. Mathias Boehringer
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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    Abraham Bloemaert: „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“ (1611)

    Abraham Bloemaert: „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“ (1611)

    Abraham Bloemaerts Gemälde „Moses schlägt Wasser aus dem Felsen“ von 1611 schließt eine markante Lücke der Sammlung Alte Meister des Städel Museums. Ermöglicht wurde diese wichtige Neuerwerbung durch den Städelschen Museums-Verein dank eines großherzigen privaten Spenders.

    Das Gemälde schildert ein zentrales Ereignis aus dem Alten Testament (2. Mose 17,1-7, 4. Mose 20,2-11): die Errettung der vom Verdursten in der Wüste bedrohten Israeliten durch Moses, der mit seinem Stab eine Quelle zum Sprudeln bringt. Höchst dramatisch wird das Geschehen ins Bild gesetzt, wobei mehr die Reaktionen der Menschen als der Wundertäter und das Wunder selbst hervorgehoben werden. So dominieren Genremotive, Stillleben-Elemente und Tierdarstellungen in einer für die Entstehungszeit des Gemäldes überaus typischen Weise den Bildvordergrund, während das diesen Bildreichtum überhaupt erst motivierende religiöse Motiv buchstäblich in den Bildhintergrund gerückt ist. Erzählerische Dramatik, leuchtende Farben, feinmalerische Wiedergabe noch kleinster Details und eine dramatische Lichtführung machen dieses signierte und 1611 datierte Gemälde zu einem Haupt- und Meisterwerk des Utrechter Künstlers Abraham Bloemaert.

    Über den Künstler

    Bloemaert war als Gründungsmitglied der Utrechter Malerzunft und als Lehrer zahlreicher jüngerer Maler einer der einflussreichsten Künstler zu Beginn des „Goldenen Zeitalters“ der niederländischen Malerei. Sein eigener, noch stark vom internationalen Manierismus geprägter Stil wurde zu seinen Lebzeiten zwar hochgeschätzt, geriet aber bereits im Verlauf des 18. Jahrhunderts in Vergessenheit. Erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Künstler wiederentdeckt – wie seine Schüler, die „Utrechter Caravaggisten“, darunter Dirck van Baburen. Mit dessen erst 2007 vom Städel Museum angekauften Gemälde des „Jungen Sängers“ von 1622 tritt Bloemaert nun im Rembrandt-Saal in einen direkten Dialog.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Abraham Bloemaert (1566–1651)
    Moses schlägt Wasser aus dem Felsen, 1611
    Öl auf Holz
    85 x 120 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2016 mit Mitteln eines privaten Spenders
    Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

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    Lotte Laserstein: „Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger)“ (1933)

    Lotte Laserstein: „Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger)“, 1933

    Nachdem die jüdische Malerin Lotte Laserstein Deutschland 1937 verlassen musste, geriet ihr Œuvre in Vergessenheit. Erst 2003 wurde es durch eine Ausstellung im Berliner Ephraim-Palais wiederentdeckt. In den letzten Jahren hat sich das Interesse an der Künstlerin massiv verstärkt. 2014 konnte das Städel Museum mit „Russisches Mädchen mit Puderdose“ von 1918 bereits eines der Hauptwerke Lasersteins von der schwedischen Gemeinde Nybro erwerben. Der Ankauf des Bildnisses „Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger)“ bietet dem Museum eine hervorragende Chance den Sammlungsbereich Neue Sachlichkeit zu ergänzen und ist zugleich ein eindrucksvolles Pendant zu Lasersteins Mädchenbildnis.

    „Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger)“ entstand als Auftragsarbeit für das jüdische Ehepaar Karger. Anna Karger, ehemals Anna Guggenheim, saß der Künstlerin selbst wiederholt Porträt. Ihr Mann, Alfred, war als Rechtsanwalt tätig. Im Entstehungsjahr des Jungenbildnisses wurde Karger die Anwaltslizenz aufgrund seiner jüdischen Abstammung entzogen. 1941 emigrierte die Familie nach Ecuador. Virtuos inszenierte Laserstein den Sohn der Kargers vor schlichtem weißen Hintergrund. In den Armen hält er zwei Handpuppen – Kasper und den Teufel. Subtil schafft die Künstlerin damit ein Bild zwischen kindlichem Frohsinn und Melancholie. Ihre sachliche gleichwie sensible Ausdrucksweise suchte in der Kunst der Weimarer Republik ihresgleichen.

    Über die Künstlerin

    Lotte Laserstein studierte an der Berliner Kunstakademie und wurde dort 1925 mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Ihre erste Einzelausstellung hatte sie 1931 in der renommierten Berliner Galerie von Fritz Gurlitt. Die einsetzende Karriere wurde durch den Nationalsozialismus abgebrochen. 1937 war die Künstlerin aufgrund ihrer jüdischen Herkunft gezwungen, nach Schweden zu emigrieren, wo sie 1993 starb. Ihre eindrucksvollsten Werke schuf Lotte Laserstein Ende der 1920er-Jahre und in den frühen 1930er-Jahren. Diese stehen im Hinblick auf Sujets und Grundhaltung der Neuen Sachlichkeit nahe, doch ist der Malstil Lasersteins weder objektivierend unterkühlt noch gesellschaftskritisch überzeichnet.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Lotte Laserstein (1898–1993)
    Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger), 1933
    Öl auf Holz
    46 x 38 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2016
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

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    Walter Dexel: „Glasbild II“ (1928)

    Walter Dexel: „Glasbild II“ (1928)

    Walter Dexels (1890–1973) neu erworbenes „Glasbild II“ bereichert die Sammlung der Kunst der Moderne des Städel Museums um eine bedeutende Position des deutschen Konstruktivismus. An der Seite von László Moholy-Nagys „Konstruktion“ von 1924 stellt es eine wichtige Ergänzung des Bereichs der abstrakten Malerei der 1920er-Jahre dar. Das eindrückliche Werk erzählt von den ästhetischen Reformbewegungen Anfang des 20. Jahrhunderts, die sich im Bauhaus und dem niederländischen De Stijl manifestierten.

    Walter Dexels „Glasbild II“ zeichnet sich durch seine für den Konstruktivismus typische geometrische und gegenstandslose Formensprache aus. Rote Balken, schwarze und weiße Haken sowie ein hellblauer Halbkreis fügen sich auf der Bildfläche zu einem neuen Ganzen zusammen. Dexel gilt als Erneuerer des Hinterglasbildes – eine künstlerische Technik, die sich bis zur Kirchenfenstergestaltung der Gotik zurückverfolgen lässt. Diese Werke, die den Höhepunkt von Dexels künstlerischem Schaffen markieren, überzeugen durch die nuancierte Farbgebung sowie ihr klares und sachliches Formenrepertoire. „Glasbild II“ ist eine von nur fünf Arbeiten aus dem Jahr 1928. Damit zählt es zu den letzten Hinterglasbildern Dexels und ist von ausgesprochener Bedeutung für sein Œuvre. Kurz nach Entstehung der Arbeit wandte sich der Künstler vollständig von der Malerei ab und konzentrierte sich auf die Angewandte Kunst.

    Über den Künstler

    Der aus München stammende Walter Dexel studierte Kunstgeschichte bei Heinrich Wölfflin und Botho Graef. Ab 1916 konzentrierte er sich neben der Gebrauchsgrafik auf die Malerei; Einflüsse von Paul Cézanne, dem Kubismus und Expressionismus kommen hier deutlich zum Tragen. Zu Beginn der 1920er-Jahre wandte sich Dexel dem figurativen und später dem abstrakten Konstruktivismus zu. Zeit seines Lebens arbeitete er zudem als Licht- und Außenreklamegestalter. Das erste beleuchtete Straßenverkehrsschild von 1925 gilt als seine Erfindung. Ab 1926 war Dexel Mitarbeiter des „Neuen Frankfurts“ unter Ernst May und maßgeblich an der gleichnamigen gesellschaftlichen Reformbewegung beteiligt.

    Zum Werk in der Digitalen Sammlung

    Walter Dexel (1890–1973)
    Glasbild II oder Blaue Scheibe, 1928
    Hinterglasmalerei
    46,5 x 39,6 cm
    Städel Museum, Frankfurt am Main
    Erworben 2015 mit Mitteln aus dem Nachlass Werner Wirthle
    © Nachlass Walter Dexel

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